diff --git a/de_DE.ISO8859-1/books/handbook/backups/chapter.sgml b/de_DE.ISO8859-1/books/handbook/backups/chapter.sgml new file mode 100644 index 0000000000..aa2c62baa6 --- /dev/null +++ b/de_DE.ISO8859-1/books/handbook/backups/chapter.sgml @@ -0,0 +1,848 @@ + + + + Datensicherung + + Übersetzt von &a.de.bwarken, + Januar 1999 + + Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit der Datensicherung und + den dazu verwendeten Programmen. Wenn Sie etwas zu diesem Kapitel + beisteuern möchten, senden Sie es bitte an die (englischsprachige) + &a.doc; + + + Bandmedien + + Die wichtigsten Bandmedien sind 4mm, 8mm, QIC, + Mini-Cartridge und DLT. + + + 4mm (DDS: Digital Data Storage) + + Die 4mm-Bänder ersetzen mehr und mehr das QIC-Format als + Backupmedium der Wahl für Workstations. Dieser Trend nahm stark + zu, als Conner die Firma Archive, einen führenden Hersteller von + QIC-Laufwerken, aufkaufte und die Produktion von QIC-Laufwerken + stoppte. 4mm-Laufwerke sind klein und ruhig, haben aber nicht den + gleichen Ruf der Zuverlässigkeit, den die 8mm-Laufwerke + genießen. Die 4mm-Kassetten sind preiswerter und mit den + Maßen 76,2 x 50,8 x 12,7 mm (3 x 2 x 0,5 Inch) kleiner als die + 8mm-Kassetten. Sowohl die 4mm- als auch die 8mm-Magnetköpfe + haben eine relativ kurze Lebensdauer, weil beide die gleiche + Helical-Scan-Technologie benutzen. + + Der Datendurchsatz dieser Laufwerke beginnt bei etwa 150 + kByte/s, Spitzenwerte liegen bei etwa 500 kByte/s. Die + Datenkapazität liegt zwischen 1,3 GB und 2 GB. Die meisten + Geräte haben eine Hardwarekompression eingebaut, die die + Kapazität ungefähr verdoppelt. Es gibt + Multi-Drive-Einheiten für Bandbibliotheken mit bis zu 6 + Laufwerken in einem Gehäuse und automatischem Bandwechsel. Die + Kapazität einer solchen Bibliothek liegt bei 240 GB. + + Der Standard DDS-3 unterstützt nun Bandkapazitäten bis + zu 12 GB (oder komprimiert 24 GB). + + 4mm-Laufwerke, ebenso wie 8mm-Laufwerke, verwenden Helical-Scan. + Alle Vor- und Nachteile von Helical-Scan gelten sowohl für 4mm- + als auch für 8mm-Laufwerke. + + Bänder sollten nach 2.000 Banddurchläufen oder 100 + vollen Backups ersetzt werden. + + + + 8mm (Exabyte) + + 8mm-Bänder sind die verbreitetsten SCSI-Bandlaufwerke; sie + sind das geeignetste Bandformat zum Austausch von Bändern. Fast + an jedem Standort gibt es ein 8mm-Bandlaufwerk mit 2 GB. + 8mm-Bänder sind zuverlässig, gut zu handhaben und arbeiten + leise. Bandkassetten sind preiswert und klein mit 122 x 84 x 15 mm + (4,8 x 3,3 x 0,6 Inch). ein Nachteil der 8mm-Technologie ist die + relativ kurze Lebensdauer des Schreib-/Lesekopfs und der Bänder + auf Grund der hohen Relativgeschwindigkeit des Bandes über die + Köpfe hinweg. + + Der Datendurchsatz liegt ungefähr zwischen 250 kByte/s und + 500 kByte/s. Die Datenkapazität beginnt bei 300 MB und erreicht + bis zu 7 GB bei den Spitzengeräten. Die meisten Geräte + haben eine Hardwarekompression eingebaut, die die Kapazität + ungefähr verdoppelt. Diese Laufwerke sind erhältlich in + Form von Einzelgeräten oder als Multi-Drive-Bandbibliotheken mit + 6 Laufwerken und 120 Bändern in einem Gehäuse. Die + Bänder werden von der Geräteeinheit automatisch gewechselt. + Die Kapazität einer solchen Bibliothek liegt bei 840 GB und + mehr. + + Das Exabyte-Modell Mammoth unterstützt 12 GB + auf einem Band (24 MB mit Kompression) und kostet etwa doppelt so viel + wie ein konventionelles Bandlaufwerk. + + Die Daten werden mittels Helical-Scan auf das Band + aufgezeichnet, die Köpfe sind leicht schräg zum Medium + angebracht (mit einem Winkel von etwa 6 Grad). Das Band wickelt sich + 270 Grad um die Spule, die die Köpfe trägt. Die Spule dreht + sich, während das Band darüberläuft. Das Resultat ist + eine hohe Datendichte und eng gepackte Spuren, die von einem Rand des + Bands zum gegenüberliegenden quer über das Band abgewinkelt + verlaufen. + + + + QIC + + QIC-150-Bänder und -Laufwerke sind wohl der am weitesten + verbreitete Bandtyp überhaupt. QIC-Bandlaufwerke sind die + preiswertesten "seriösen" Backupgeräte, die angeboten + werden. Der Nachteil dabei ist der hohe Preis der Bänder. + QIC-Bänder sind im Vergleich zu 8mm- oder 4mm-Bändern bis zu + 5 Mal teurer, wenn man den Preis auf 1 GB Datenkapazität + umrechnet. Aber wenn Ihr Bedarf mit einem halben Dutzend Bänder + abgedeckt werden kann, mag QIC die richtige Wahl sein. + + QIC ist der gängigste + Bandlaufwerkstyp. Jeder Standort hat ein QIC-Laufwerk der einen oder + anderen Dichte. Aber gerade das ist der Haken an der Sache, QIC + bietet eine große Anzahl verschiedener Datendichten auf + physikalisch ähnlichen (manchmal identischen) Bändern. + QIC-Laufwerke sind nicht leise. Diese Laufwerke suchen lautstark die + richtige Bandstelle, bevor sie mit der Datenaufzeichnung beginnen. + Sie sind während des Lesens, Schreibens und Suchens deutlich + hörbar. + + Die Abmessungen der QIC-Kassetten betragen 152.4 x 101.6 x 17.78 + mm (6 x 4 x 0,7 Inch), die QIC-Bandbreite beträgt 6,35 mm (1/4 + Inch). Mini-Cartridges, die die + gleiche Bandbreite verwenden, werden gesondert vorgestellt. + Bandbibliotheken und Bandwechselgeräte gibt es im QIC-Format + keine. + + Der Datendurchsatz liegt ungefähr zwischen 150 kByte/s und + 500 kByte/s. Die Datenkapzität reicht von 40 MB bis zu 15 GB. + Hardwarekompression ist in vielen der neueren QIC-Laufwerke eingebaut. + QIC-Laufwerke werden heute seltener eingesetzt; sie werden von den + DAT-Laufwerken abgelöst. + + Die Daten werden auf dem Band in Spuren aufgezeichnet. Die + Spuren verlaufen entlang der Längsachse des Bandmediums von einem + Ende zum anderen. Die Anzahl der Spuren, und damit auch die Breite + einer Spur, variiert mit der Kapazität des Laufwerks. Die + meisten, wenn nicht alle neueren Laufwerke sind + rückwärtskompatibel, zumindest zum Lesen (aber oft auch zum + Schreiben). QIC hat einen guten Ruf bezüglich der + Datensicherheit (die Mechanik ist einfacher und robuster als diejenige + der Helical-Scan-Laufwerken). + + Bänder sollten nach 5,000 Backups ersetzt werden. + + + + * Mini-Cartridge + + + + +]]> + + + DLT + + DLT hat die schnellste Datentransferrate von allen hier + aufgelisteten Gerätetypen. Das 1/2-Inch-Band (12,7 mm) befindet + sich in einer Spulkassette mit den Abmessungen 101,6 x 101,6 x 25,4 mm + (4 x 4 x 1 Inch). Die eine Seite der Kassette hat eine bewegliche + Abdeckung. Der Laufwerksmechanismus öffnet diese Abdeckung und + zieht die Bandführung heraus. Die Bandführung trägt + ein ovales Loch, die das Laufwerk zum "Einhängen" des Bandes + benutzt. Die Aufwickelspule befindet sich im Innern des + Bandlaufwerks. Bei allen anderen hier besprochenen Bandkassetten + (9-Spur-Bänder sind die einzige Ausnahme) befinden sich sowohl + die Auf- als auch die Abwickelspule im Inneren der + Bandkassette. + + Der Datendurchsatz liegt bei etwa 1,5 MBytes/s, der dreifache + Durchsatz der 4mm-, 8mm- oder QIC-Bandlaufwerke. Die + Datenkapazität reicht von 10 GB bis 20 GB für + Einfachlaufwerke. Auch Mehrfachbandgeräte sind erhältlich, + sowohl als Bandwechsler wie auch als Multi-Drive-Bandbibliotheken, die + Platz für 5 bis 900 Bänder verteilt auf 1 bis 20 Laufwerke + enthalten, mit einer Speicherkapazität von 50 GB bis 9 TB. + + Mit Kompression unterstützt das Format DLT Type IV bis zu + 70 GB Kapazität. + + Die Daten werden auf dem Band in Spuren aufgezeichnet, die + parallel zur Bewegungsrichtung verlaufen (gerade so wie bei den + QIC-Bändern). Zwei Spuren werden dabei gleichzeitig beschrieben. + Die Lebenszeit der Lese- und Schreibköpfe sind relativ lang; denn + sobald das Band anhält, gibt es keine Relativbewegung mehr + zwischen den Köpfen und dem Band. + + + + AIT + + AIT ist ein neues Format von Sony, das (mit Kompression) bis zu + 50 GB pro Band speichern kann. Die Bänder haben einen + Speicherchip, der einen Index mit dem Inhalt des Bandes anlegt. + Dieser Index kann vom Bandlaufwerk zur schnellen Bestimmung der Lage + von Dateien auf dem Band benutzt werden, während andere + Bänder einige Minuten zur Lokalisierung benötigen. + + Entsprechende Software wie etwa SAMS:Alexandria + können 40 oder mehr AIT-Bandbibliotheken verarbeiten, indem sie + direkt mit dem Speicherchip des Bandes kommunizieren, wenn der + Bandinhalt am Bildschirm dargestellt werden soll oder bestimmt werden + soll, welche Dateien auf welchem Band gespeichert sind, oder um das + richtige Band zu lockalisieren, zu laden und Daten vom Band + zurückzuspielen. Bibliotheken dieser Art liegen in der + Preiskategorie von $20,000, womit sie etwas aus dem Hobbymarkt + herausfallen. + + + + Die erste Benutzung eines neuen Bands + + Der Versuch ein neues, vollkommen leeres Band ohne weiteres zu + lesen oder zu beschreiben wird schiefgehen. Auf der Konsole werden + dann Meldungen ähnlich wie folgt ausgegeben: + + sa0(ncr1:4:0): NOT READY asc:4,1 +0(ncr1:4:0): Logical unit is in process of becoming ready + + Das Band enthält nämlich keinen Identifier-Block + (Blocknummer 0). Alle QIC-Bandlaufwerke seit der Einführung des + QIC-525-Standards schreiben einen Identifier-Block auf das Band. Es + gibt zwei Lösungen: + + mt fsf 1 veranlasst das Bandlaufwerk einen + Identifier-Block auf das Band zu schreiben. + + Das Band durch Drücken des Bandauswurfknopfs an der + Vorderseite des Bandgeräts auswerfen. + + Danach das Band wieder einlegen und Daten auf das Band + übertragen wie in &man.dump.8; beschrieben. + + Das Kommando &man.dump.8; gibt die Meldung DUMP: End of + tape detected zurück und die Konsole zeigt: + HARDWARE FAILURE info:280 asc:80,96 + + Das Band zurückspulen mit dem Kommando: mt + rewind + + Nachfolgende Bandoperationen werden dann erfolgreich + ausgeführt. + + + + + Backup-Programme + + Die drei wichtigsten Programme sind + &man.dump.8;, + &man.tar.1;, + and + &man.cpio.1;. + + + Aufspielen und Wiederherstellen + + &man.dump.8; und &man.restore.8; sind die traditionellen + Backupprogramme in UNIX. Sie betrachten das Laufwerk als eine + Ansammlung von Blöcken, operieren also unterhalb dem + Abstraktionslevel von Dateien, Links und Verzeichnissen, die die + Grundlage des Dateisystemkonzepts bilden. + + &man.dump.8; führt Datensicherungen von Geräten aus, + bearbeitet also nur komplette Dateisysteme, nicht jedoch Teile eines + Dateisystems und auch keine Verzeichnisbäume, die mehr als ein + Dateisystem überspannen, was durch Verwendung von symbolischen + Links mittels &man.ln.1; oder durch das Einhängen von + Dateisystemen vorkommen kann. &man.dump.8; schreibt also keine + Dateien und Verzeichnisse auf das Band, sondern direkt die + Datenblöcke, die die Dateien und Verzeichnisse enthalten. + + &man.dump.8; hat einige Eigenarten, die noch aus den frühen + Tagen der Version 6 von ATT UNIX (ca. 1975) stammen. Die Parameter + sind für 9-Spur-Bänder (6250 bpi) voreingestellt, nicht auf + die heute üblichen Medien hoher Dichte (bis zu 62.182 ftpi). Bei + der Verwendung der Kapazitäten moderner Bandlaufwerke muss diese + Voreinstellung auf der Kommandozeile überschrieben werden. + + &man.rdump.8; und &man.rrestore.8; können Daten über + Netzwerk auf ein Band, das sich in einem Laufwerk eines anderen + Computers befindet, überspielen. Beide Programme benutzen die + Befehle &man.rcmd.3; und &man.ruserok.3; zum Zugriff auf das entfernte + Bandlaufwerk. Daher muss der Anwender, der das Backup + durchführt, auf dem entfernten Computer eine Zugangsberechtigung + für rhosts haben. + + Die Argumente zu &man.rdump.8; und &man.rrestore.8; müssen + zur Verwendung auf dem entfernten Computer geeignet sein. + (Z.B. lautet das Kommando zum Aufrufen von rdump + von einem FreeBSD-Computer aus auf ein Exabyte-Bandlaufwerk auf einer + Sun namens komodo: /sbin/rdump 0dsbfu 54000 + 13000 126 komodo:/dev/nrsa8 /dev/rda0a 2>&1). Man + beachte, dass bei der Ausführung die Sicherheitsvorkehrungen wie + beim Aufruf des Kommandos rhosts gelten. + Erkundigen Sie sich nach Ihrer Zugangsberechtigung. + + + + Tar + + &man.tar.1; stammt ebenfalls aus Version 6 von ATT Unix + (ca. 1975). &man.tar.1; arbeitet mit dem Dateisystem, denn es + schreibt Dateien und Verzeichnisse auf das Band. &man.tar.1; + unterstützt zwar nicht den vollen Umfang von Optionen, die bei + &man.cpio.1; zur Verfügung stehen, aber dafür erfordert + &man.tar.1; nicht die ungewöhnliche Kommando-Pipeline,1 die + &man.cpio.1; verwendet. + + Die meisten Versionen von &man.tar.1; unterstützen keine + Backups über das Netzwerk. Die GNU-Version von &man.tar.1;, die + in FreeBSD verwendet wird, unterstüzt jedoch entfernte + Geräte mit der gleichen Syntax wie &man.rdump.8;. Um &man.tar.1; + für ein Exabyte-Bandlaufwerk auf einer Sun + namenskomodo auszuführen, muss folgendes + Kommando aufgerufen werden: /usr/bin/tar cf komodo:/dev/nrsa8 + . 2>&1. Bei den Versionen ohne Unterstützung + für entfernte Geräte kann man die Daten über eine + Pipeline und &man.rsh.1; an ein entferntes Laufwerk senden. + + &prompt.root; tar cf - . | rsh hostname dd of=tape-device obs=20b + + Wenn Sie Bedenken bezüglich der Sicherheit beim Backup + über's Netz haben, sollten Sie &man.ssh.1; anstatt + &man.rsh.1; benutzen. + + + + Cpio + + &man.cpio.1; ist das ursprüngliche Unix-Programm zum + Dateitransfer mit magnetischen Medien. &man.cpio.1; hat (neben vielen + anderen Leistungsmerkmalen) Optionen zum Byte-Swapping, zum Schreiben + einer Anzahl verschiedener Archivformate und zum Weiterleiten von + Daten an andere Programme über Pipeline. Dieses letztes + Leistungsmerkmal macht &man.cpio.1; zu einer ausgezeichneten Wahl + für Installationsmedien. Leider kann &man.cpio.1; keine + Dateibäume durchlaufen, so dass eine Liste der zu bearbeitenden + Dateien über stdin angegeben werden + muss. + + &man.cpio.1; unterstützt keine Backups über das + Netzwerk. Man kann aber eine Pipeline und &man.rsh.1 verwenden, um + Daten an ein entferntes Bandlaufwerk zu senden. (XXX ein + Beispiel-Kommando beifügen) + + + + Pax + + &man.pax.1; ist die Antort von IEEE/POSIX auf &man.tar.1; und + &man.cpio.1;. Über die Jahre hinweg sind die verschiedenen + Versionen von &man.tar.1; und &man.cpio.1; leicht inkompatibel + geworden. Daher hat POSIX, statt eine Standardisierung zwischen + diesen auszufechten, ein neues Archivprogramm geschaffen. &man.pax.1; + versucht viele der unterschiedlichen cpio- und tar-Formate zu lesen + und zu schreiben, außerdem einige neue, eigene Formate. Die + Kommandostruktur ähnelt eher &man.cpio.1; als &man.tar.1;. + + + + Amanda + + Amanda + (Advanced Maryland Network Disk Archiver) ist ein + Client/Server-Backupsystem, nicht nur ein einzelnes Programm. Ein + Amanda-Server kann auf einem einzigen Bandlaufwerk Datensicherungen + von jeder beliebigen Anzahl von Computern speichern, sofern auf diesen + jeweils ein Amanda-Client läuft und sie über Netzwerk mit + dem Amanda-Server verbunden sind. + + Ein häufiges Problem bei Standorten mit einer Anzahl + großer Festplatten ist, dass das Kopieren der Daten auf Band + langsamer vor sich geht als solche Daten anfallen. Amanda löst + dieses Problem durch Verwendung einer "Holding Disk", einer Festplatte + zum gleichzeitigen Zwischenspeichern mehrerer Dateisysteme. + + Für Datensicherungen über einen längeren Zeitraum + erzeugt Amanda "Archivsets" von allen Dateisystemen, die in Amanda's + Konfigurationsdatei genannt werden. Ein Archivset ist eine Gruppe von + Bändern mit vollen Backups und Reihen von inkrementellen (oder + differentiellen) Backups, die jeweils nur die Unterschiede zum vorigen + Backup enthalten. Zur Wiederherstellung von beschädigten + Dateissystemen benötigt man das letzte volle Backup und alle + darauf folgenden inkrementellen Backups. + + Ein gängiger Datensicherungsplan ist, an den Wochenenden + ein volles Backup und während der Woche jede Nacht ein + inkrementelles Backup zu erstellen. + + Die Konfigurationsdatei ermöglicht die Feineinstellung der + Backups und des Netzwerkverkehrs von Amanda. Amanda kann zum + Schreiben der Daten auf das Band jedes der oben beschriebenen + Backuprogramme verwenden. Amanda ist erhältlich als Portierung + oder als Softwarepaket, es ist nicht von vorne herein auf dem System + installiert. + + + + Tue nichts + + Tue nichts ist kein Computerprogramm, sondern die + am häufigsten angewendete Backupstrategie. Diese kostet nichts, + man muss keinen Backupplan befolgen, einfach nur nein sagen. Wenn + etwas passiert, einfach grinsen und ertragen! + + Wenn Ihre Zeit und Ihre Daten nicht so wichtig sind, dann ist + die Strategie Tue nichts das geeignetste Backupprogramm + für Ihren Computer. Aber UNIX ein nützliches Werkzeug. Sie + müssen damit rechnen, dass Sie innerhalb von sechs Monaten eine + Sammlung von Dateien haben, die für Sie wertvoll geworden + sind. + + Tue nichts ist die richtige Backupmethode für + /usr/obj und andere Verzeichnisbäume, die + vom Computer exakt wiedererzeugt werden können. Ein Beispiel + sind die Dateien, die diese Handbuchseiten darstellen — sie + wurden aus Quelldateien im Format SGML erzeugt. Es + ist nicht nötig, Sicherheitskopien der Dateien in den + sekundären Formaten wie etwa HTML zu + erstellen. Die Quelldateien in SGML sollten jedoch + in die regelmäßigen Backups mit einbezogen werden. + + + + Welches Backup-Programm ist am Besten? + + &man.dump.8;, Punkt und Schluss. Elizabeth + D. Zwicky hat alle hier genannten Backup-Programme bis zur + Erschöpfung ausgetestet. Ihre eindeutige Wahl zur Sicherung + aller Daten mit Berücksichtigung aller Besonderheiten von + UNIX-Dateisystemen ist &man.dump.8;. + + Elizabeth erzeugte Dateisysteme mit einer großen Vielfalt + ungewöhnlicher Bedingungen (und einiger gar nicht so + ungewöhnlicher) und testete jedes Programm durch ein Backup und + eine Wiederherstellung dieser Dateisysteme. Unter den Besonderheiten + waren Dateien mit Löchern, Dateien mit Löchern und einem + Block mit Null-Zeichen, Dateien mit ausgefallenen Buchstaben im + Dateinamen, unlesbare und nichtschreibbare Dateien, + Gerätedateien, Dateien, deren Länge sich während des + Backups ändert, Dateien, die während des Backups erzeugt und + gelöscht werden, u.v.m. Sie berichtete über ihre Ergebnisse + in LISA V im Oktober 1991, s. Torture-testing + Backup and Archive Programs. + + + + Die Wiederherstellung in einem Notfall + + + Vor dem Unglück + + Es sind nur vier Vorkehrungen zu treffen, um auf jedes + erdenkliche Unglück vorbereitet zu sein. + + Als erstes drucken Sie das Disklabel jeder Ihrer Festplatten + (z.B. mittels disklabel da0 | lpr), die + Partitions- und Dateisystemtabelle jeder Festplatte (mit + /etc/fstab) sowie alle Bootmeldungen, jeweils + in zweifacher Ausfertigung. + + Zweitens, überzeugen Sie sich, dass sowohl die + Bootdiskette als auch die Reparaturdiskette + (boot.flp bzw. fixit.flp) + all Ihre Geräte ansprechen können. Die einfachste Methode + dies nach zu prüfen ist, Ihren Rechner mit der Boot-Diskette im + Floppylaufwerk neu zu starten und die Bootmeldungen zu durchzusehen. + Wenn all Ihre Geräte aufgelistet sind und funktionieren, + können Sie weiter zu Schritt drei gehen. + + Ist das nicht der Fall, müssen Sie sich eine eigene + Version der beiden zum Booten benötigten Disketten erstellen. + Diese müssen einen Kernel enthalten, der all Ihre Platten + mounten kann und Zugriff auf Ihr Bandlaufwerk gestattet. Diese + Disketten müssen ferner folgende Programme enthalten: + &man.fdisk.8;, &man.disklabel.8;, &man.newfs.8;, &man.mount.8; sowie + jedes Backup-Programm, das Sie verwenden. Diese Programme + müssen statisch gelinkt sein. Falls Sie &man.dump.8; + verwenden, muss die Diskette auch &man.restore.8; enthalten. + + Drittens, machen Sie oft Backups auf Band. Jede Änderung + seit Ihrem letzten Backup kann unwiederbringlich verloren gehen. + Versehen Sie die Backup-Bänder mit Schreibschutz. + + Viertens, testen Sie aus, wie die Disketten (entweder + boot.flp und fixit.flp + oder Ihre beiden eigenen Disketten aus Schritt zwei) und die + Bänder mit den Backups zu behandeln sind. Machen Sie sich + Notizen zu diesem Test. Bewahren Sie diese Notizen zusammen mit den + Bootdisketten, den Ausdrucken und den Bändern mit den Backups + auf. Wenn der Ernstfall eintritt, werden Sie vielleicht so genervt + sein, dass Sie ohne Ihre Notizen evt. das Backup auf Ihren + Bändern zerstören. (Wie das geht? Man braucht nur + unglücklicherweise den Befehl tar cvf + /dev/rsa0 einzugeben um ein Band zu + überschreiben). + + Als zusätzliche Sicherheitsvorkehrung, kann man jeweils + die Disketten und Bänder zweifach erstellen. Eine der Kopien + sollte an einem entfernten Standort aufbewahrt werden. Ein + entfernter Standort ist NICHT der Keller im gleichen + Bürogebäude. Eine Anzahl von Firmen im World Trade Center + musste diese Lektion auf die harte Tour lernen. Ein entfernter + Standort sollte von Ihrem Computer und Ihren Festplatten + physikalisch durch eine erhebliche Entfernung getrennt sein. + + Ein Beispielskript zum Erstellen eigener Bootdisketten: + + + /mnt/sbin/init +gzip -c -best /sbin/fsck > /mnt/sbin/fsck +gzip -c -best /sbin/mount > /mnt/sbin/mount +gzip -c -best /sbin/halt > /mnt/sbin/halt +gzip -c -best /sbin/restore > /mnt/sbin/restore + +gzip -c -best /bin/sh > /mnt/bin/sh +gzip -c -best /bin/sync > /mnt/bin/sync + +cp /root/.profile /mnt/root + +cp -f /dev/MAKEDEV /mnt/dev +chmod 755 /mnt/dev/MAKEDEV + +chmod 500 /mnt/sbin/init +chmod 555 /mnt/sbin/fsck /mnt/sbin/mount /mnt/sbin/halt +chmod 555 /mnt/bin/sh /mnt/bin/sync +chmod 6555 /mnt/sbin/restore + +# +# Geraetedateien erstellen +# +cd /mnt/dev +./MAKEDEV std +./MAKEDEV da0 +./MAKEDEV da1 +./MAKEDEV da2 +./MAKEDEV sa0 +./MAKEDEV pty0 +cd / + +# +# Minimale Dateisystemtabelle erstellen +# +cat > /mnt/etc/fstab < /mnt/etc/passwd < /mnt/etc/master.passwd < + + + + Nach dem Unglück + + Die Schlüsselfrage ist, ob Ihre Hardware überlebt + hat. Denn da Sie ja regelmäßig Backups angefertigt + haben, brauchen Sie sich um die Software keine Sorgen zu + machen. + + Falls die Hardware beschädigt wurde, ersetzen Sie zuerst + die defekten Teile. + + Falls die Hardware funktioniert, überprüfen Sie die + Disketten. Wenn Sie eigene Bootdisketten verwenden, booten Sie im + Single-User-Modus (geben dazu Sie -s am + Boot-Prompt boot: ein). Überspringen Sie den + folgenden Paragrafen. + + Wenn Sie die Standarddisketten boot.flp + und fixit.flp verwenden, lesen Sie hier weiter. + Legen Sie die Bootdiskette boot.flp in das + erste Floppylaufwerk ein und starten Sie den Computer. Wie + üblich wird dann das originale Installationsmenü von + FreeBSD gestartet. Wählen Sie die Option + Fixit--Repair mode with CDROM or floppy.. Legen + Sie die Diskette fixit.flp ein, wenn danach + gefragt wird. restore und die anderen Programme, + die Sie benötigen, befinden sich dann in + /mnt2/stand. + + Stellen Sie die Dateisysteme nacheinander, getrennt von + einander, wieder her. + + Versuchen Sie die Root-Partition Ihrer ersten Festplatte + &man.mount.8; einzuhängen (z.B. mit mount /dev/sd0a + /mnt). Wenn das Disklabel beschädigt wurde, benutzen + Sie &man.disklabel.8; um die Platte neu zu partitionieren und zu + benennen und zwar so, dass die Festplatte mit dem Label + übereinstimmt, das Sie ausgedruckt und aufbewahrt haben. + + Verwenden Sie &man.newfs.8; um neue Dateisysteme auf den + Partitionen anzulegen. Hängen Sie nun die Root-Partition der + Festplatte mit Schreibzugriff ein (mit mount -u -o rw + /mnt). Benutzen Sie Ihr Backup-Programm um die Daten + für das jeweilige Dateisystem aus den Backup-Bändern + wieder her zu stellen (z.B. durch restore vrf + /dev/sta). Hängen Sie das Dateisystem wieder aus + (z.B. durch umount /mnt). Wiederholen Sie diesen + Ablauf für jedes betroffene Dateisystem. + + Sobald Ihr System wieder läuft, machen Sie gleich wieder + ein vollständiges Backup auf neue Bänder. Denn die + Ursache für den Absturz oder den Datenverlust kann wieder + zuschlagen. Eine weitere Stunde, die Sie jetzt noch + dranhängen, kann Ihnen später ein weiteres Missgeschick + ersparen. + + + + * Ich habe mich nicht auf Missgeschicke vorbereitet - was + nun? + + + + +]]> + + + + + + Was ist mit Backups auf Disketten? + + + Kann ich Disketten zum Backup meiner Daten verwenden? + + Disketten sind kein wirklich geeignetes Medium für Backups + aus folgenden Gründen: + + + + Disketten sind unzuverlässig, besonders + langfristig. + + + + Speichern und Wiederherstellen ist sehr langsam. + + + + Sie haben eine sehr eingeschränkte Kapazität (Die + Zeiten sind längst vorbei, wo eine ganze Festplatte auf ein + Dutzend Floppies oder so gespeichert werden konnte). + + + + Wenn jedoch keine andere Möglichkeit zum Datenbackup + vorhanden ist, dann sind Disketten immer noch besser als gar kein + Backup. + + Wenn man gezwungen ist Disketten zu verwenden, dann sollte man + auf eine gute Qualität achten. Floppies, die schon einige Jahre + im Büro herumgelegen haben, sind eine schlechte Wahl. Ideal sind + neue Disketten von einem renommierten Hersteller. + + + + Wie mache ich ein Backup auf Disketten? + + Die beste Art eines Diskettenbackups ist der Befehl &man.tar.1; + mit der Mehrfachband-Option , die es + ermöglicht ein Backup über mehrere Floppies zu + verteilen. + + Ein Backup aller Dateien im aktuellen Verzeichnis + einschließlich aller Unterverzeichnisse wird durch den folgenden + Befehl veranlasst (als root): + + &prompt.root; tar Mcvf /dev/rfd0 * + + Wenn die erste Floppy voll ist, meldet sich &man.tar.1; und + verlangt einen Diskettenwechsel (weil &man.tar.1; unabhängig vom + Medium arbeitet, wird der nächste Band (Volume) verlangt, was in + diesem Zusammenhang eine Diskette bedeutet), in etwa wie folgt: + + Prepare volume #2 for /dev/rfd0 and hit return: + + Dies wird mit steigender Volumezahl wiederholt, bis alle + angebenen Dateien archiviert sind. + + + + Können Diskettenbackups komprimiert werden? + + Leider erlaubt es &man.tar.1; nicht, die Option + für Multi-Volume-Archive zu verwenden. Man + kann natürlich alle Dateien mit &man.gzip.1; komprimieren, sie + mit &man.tar.1; auf die Floppies aufspielen, und dann die Dateien + wieder &man.gunzip.1; entkomprimieren! + + + + Wie werden Diskettenbackups wieder her gestellt? + + Zur Wiederherstellung des gesamten Archivs verwendet man: + + &prompt.root; tar Mxvf /dev/rfd0 + + Eine Methode um nur bestimmte Dateien wieder her zu stellen ist + mit der ersten Diskette den folgenden Befehl auszuführen: + + &prompt.root; tar Mxvf /dev/rfd0 filename + + &man.tar.1; wird dann dir folgenden Disketten anfordern, bis die + benötigte Datei gefunden ist. + + Wenn man die Diskette kennt auf der sich die Datei befindet, + kann man alternativ diese Diskette auch direkt einlegen und den + gleichen Befehl wie oben verwenden. Man beachte, dass, falls die + erste Datei eine Fortsetzung eine Fortsetzung einer Datei von einer + der vorigen Disketten ist, &man.tar.1; die Warnung ausgibt, dass diese + Datei nicht wiederhergestellt werden kann, selbst dann, wenn dies gar + nicht verlangt wurde! + + + + + diff --git a/de_DE.ISO_8859-1/books/handbook/backups/chapter.sgml b/de_DE.ISO_8859-1/books/handbook/backups/chapter.sgml new file mode 100644 index 0000000000..aa2c62baa6 --- /dev/null +++ b/de_DE.ISO_8859-1/books/handbook/backups/chapter.sgml @@ -0,0 +1,848 @@ + + + + Datensicherung + + Übersetzt von &a.de.bwarken, + Januar 1999 + + Das folgende Kapitel beschäftigt sich mit der Datensicherung und + den dazu verwendeten Programmen. Wenn Sie etwas zu diesem Kapitel + beisteuern möchten, senden Sie es bitte an die (englischsprachige) + &a.doc; + + + Bandmedien + + Die wichtigsten Bandmedien sind 4mm, 8mm, QIC, + Mini-Cartridge und DLT. + + + 4mm (DDS: Digital Data Storage) + + Die 4mm-Bänder ersetzen mehr und mehr das QIC-Format als + Backupmedium der Wahl für Workstations. Dieser Trend nahm stark + zu, als Conner die Firma Archive, einen führenden Hersteller von + QIC-Laufwerken, aufkaufte und die Produktion von QIC-Laufwerken + stoppte. 4mm-Laufwerke sind klein und ruhig, haben aber nicht den + gleichen Ruf der Zuverlässigkeit, den die 8mm-Laufwerke + genießen. Die 4mm-Kassetten sind preiswerter und mit den + Maßen 76,2 x 50,8 x 12,7 mm (3 x 2 x 0,5 Inch) kleiner als die + 8mm-Kassetten. Sowohl die 4mm- als auch die 8mm-Magnetköpfe + haben eine relativ kurze Lebensdauer, weil beide die gleiche + Helical-Scan-Technologie benutzen. + + Der Datendurchsatz dieser Laufwerke beginnt bei etwa 150 + kByte/s, Spitzenwerte liegen bei etwa 500 kByte/s. Die + Datenkapazität liegt zwischen 1,3 GB und 2 GB. Die meisten + Geräte haben eine Hardwarekompression eingebaut, die die + Kapazität ungefähr verdoppelt. Es gibt + Multi-Drive-Einheiten für Bandbibliotheken mit bis zu 6 + Laufwerken in einem Gehäuse und automatischem Bandwechsel. Die + Kapazität einer solchen Bibliothek liegt bei 240 GB. + + Der Standard DDS-3 unterstützt nun Bandkapazitäten bis + zu 12 GB (oder komprimiert 24 GB). + + 4mm-Laufwerke, ebenso wie 8mm-Laufwerke, verwenden Helical-Scan. + Alle Vor- und Nachteile von Helical-Scan gelten sowohl für 4mm- + als auch für 8mm-Laufwerke. + + Bänder sollten nach 2.000 Banddurchläufen oder 100 + vollen Backups ersetzt werden. + + + + 8mm (Exabyte) + + 8mm-Bänder sind die verbreitetsten SCSI-Bandlaufwerke; sie + sind das geeignetste Bandformat zum Austausch von Bändern. Fast + an jedem Standort gibt es ein 8mm-Bandlaufwerk mit 2 GB. + 8mm-Bänder sind zuverlässig, gut zu handhaben und arbeiten + leise. Bandkassetten sind preiswert und klein mit 122 x 84 x 15 mm + (4,8 x 3,3 x 0,6 Inch). ein Nachteil der 8mm-Technologie ist die + relativ kurze Lebensdauer des Schreib-/Lesekopfs und der Bänder + auf Grund der hohen Relativgeschwindigkeit des Bandes über die + Köpfe hinweg. + + Der Datendurchsatz liegt ungefähr zwischen 250 kByte/s und + 500 kByte/s. Die Datenkapazität beginnt bei 300 MB und erreicht + bis zu 7 GB bei den Spitzengeräten. Die meisten Geräte + haben eine Hardwarekompression eingebaut, die die Kapazität + ungefähr verdoppelt. Diese Laufwerke sind erhältlich in + Form von Einzelgeräten oder als Multi-Drive-Bandbibliotheken mit + 6 Laufwerken und 120 Bändern in einem Gehäuse. Die + Bänder werden von der Geräteeinheit automatisch gewechselt. + Die Kapazität einer solchen Bibliothek liegt bei 840 GB und + mehr. + + Das Exabyte-Modell Mammoth unterstützt 12 GB + auf einem Band (24 MB mit Kompression) und kostet etwa doppelt so viel + wie ein konventionelles Bandlaufwerk. + + Die Daten werden mittels Helical-Scan auf das Band + aufgezeichnet, die Köpfe sind leicht schräg zum Medium + angebracht (mit einem Winkel von etwa 6 Grad). Das Band wickelt sich + 270 Grad um die Spule, die die Köpfe trägt. Die Spule dreht + sich, während das Band darüberläuft. Das Resultat ist + eine hohe Datendichte und eng gepackte Spuren, die von einem Rand des + Bands zum gegenüberliegenden quer über das Band abgewinkelt + verlaufen. + + + + QIC + + QIC-150-Bänder und -Laufwerke sind wohl der am weitesten + verbreitete Bandtyp überhaupt. QIC-Bandlaufwerke sind die + preiswertesten "seriösen" Backupgeräte, die angeboten + werden. Der Nachteil dabei ist der hohe Preis der Bänder. + QIC-Bänder sind im Vergleich zu 8mm- oder 4mm-Bändern bis zu + 5 Mal teurer, wenn man den Preis auf 1 GB Datenkapazität + umrechnet. Aber wenn Ihr Bedarf mit einem halben Dutzend Bänder + abgedeckt werden kann, mag QIC die richtige Wahl sein. + + QIC ist der gängigste + Bandlaufwerkstyp. Jeder Standort hat ein QIC-Laufwerk der einen oder + anderen Dichte. Aber gerade das ist der Haken an der Sache, QIC + bietet eine große Anzahl verschiedener Datendichten auf + physikalisch ähnlichen (manchmal identischen) Bändern. + QIC-Laufwerke sind nicht leise. Diese Laufwerke suchen lautstark die + richtige Bandstelle, bevor sie mit der Datenaufzeichnung beginnen. + Sie sind während des Lesens, Schreibens und Suchens deutlich + hörbar. + + Die Abmessungen der QIC-Kassetten betragen 152.4 x 101.6 x 17.78 + mm (6 x 4 x 0,7 Inch), die QIC-Bandbreite beträgt 6,35 mm (1/4 + Inch). Mini-Cartridges, die die + gleiche Bandbreite verwenden, werden gesondert vorgestellt. + Bandbibliotheken und Bandwechselgeräte gibt es im QIC-Format + keine. + + Der Datendurchsatz liegt ungefähr zwischen 150 kByte/s und + 500 kByte/s. Die Datenkapzität reicht von 40 MB bis zu 15 GB. + Hardwarekompression ist in vielen der neueren QIC-Laufwerke eingebaut. + QIC-Laufwerke werden heute seltener eingesetzt; sie werden von den + DAT-Laufwerken abgelöst. + + Die Daten werden auf dem Band in Spuren aufgezeichnet. Die + Spuren verlaufen entlang der Längsachse des Bandmediums von einem + Ende zum anderen. Die Anzahl der Spuren, und damit auch die Breite + einer Spur, variiert mit der Kapazität des Laufwerks. Die + meisten, wenn nicht alle neueren Laufwerke sind + rückwärtskompatibel, zumindest zum Lesen (aber oft auch zum + Schreiben). QIC hat einen guten Ruf bezüglich der + Datensicherheit (die Mechanik ist einfacher und robuster als diejenige + der Helical-Scan-Laufwerken). + + Bänder sollten nach 5,000 Backups ersetzt werden. + + + + * Mini-Cartridge + + + + +]]> + + + DLT + + DLT hat die schnellste Datentransferrate von allen hier + aufgelisteten Gerätetypen. Das 1/2-Inch-Band (12,7 mm) befindet + sich in einer Spulkassette mit den Abmessungen 101,6 x 101,6 x 25,4 mm + (4 x 4 x 1 Inch). Die eine Seite der Kassette hat eine bewegliche + Abdeckung. Der Laufwerksmechanismus öffnet diese Abdeckung und + zieht die Bandführung heraus. Die Bandführung trägt + ein ovales Loch, die das Laufwerk zum "Einhängen" des Bandes + benutzt. Die Aufwickelspule befindet sich im Innern des + Bandlaufwerks. Bei allen anderen hier besprochenen Bandkassetten + (9-Spur-Bänder sind die einzige Ausnahme) befinden sich sowohl + die Auf- als auch die Abwickelspule im Inneren der + Bandkassette. + + Der Datendurchsatz liegt bei etwa 1,5 MBytes/s, der dreifache + Durchsatz der 4mm-, 8mm- oder QIC-Bandlaufwerke. Die + Datenkapazität reicht von 10 GB bis 20 GB für + Einfachlaufwerke. Auch Mehrfachbandgeräte sind erhältlich, + sowohl als Bandwechsler wie auch als Multi-Drive-Bandbibliotheken, die + Platz für 5 bis 900 Bänder verteilt auf 1 bis 20 Laufwerke + enthalten, mit einer Speicherkapazität von 50 GB bis 9 TB. + + Mit Kompression unterstützt das Format DLT Type IV bis zu + 70 GB Kapazität. + + Die Daten werden auf dem Band in Spuren aufgezeichnet, die + parallel zur Bewegungsrichtung verlaufen (gerade so wie bei den + QIC-Bändern). Zwei Spuren werden dabei gleichzeitig beschrieben. + Die Lebenszeit der Lese- und Schreibköpfe sind relativ lang; denn + sobald das Band anhält, gibt es keine Relativbewegung mehr + zwischen den Köpfen und dem Band. + + + + AIT + + AIT ist ein neues Format von Sony, das (mit Kompression) bis zu + 50 GB pro Band speichern kann. Die Bänder haben einen + Speicherchip, der einen Index mit dem Inhalt des Bandes anlegt. + Dieser Index kann vom Bandlaufwerk zur schnellen Bestimmung der Lage + von Dateien auf dem Band benutzt werden, während andere + Bänder einige Minuten zur Lokalisierung benötigen. + + Entsprechende Software wie etwa SAMS:Alexandria + können 40 oder mehr AIT-Bandbibliotheken verarbeiten, indem sie + direkt mit dem Speicherchip des Bandes kommunizieren, wenn der + Bandinhalt am Bildschirm dargestellt werden soll oder bestimmt werden + soll, welche Dateien auf welchem Band gespeichert sind, oder um das + richtige Band zu lockalisieren, zu laden und Daten vom Band + zurückzuspielen. Bibliotheken dieser Art liegen in der + Preiskategorie von $20,000, womit sie etwas aus dem Hobbymarkt + herausfallen. + + + + Die erste Benutzung eines neuen Bands + + Der Versuch ein neues, vollkommen leeres Band ohne weiteres zu + lesen oder zu beschreiben wird schiefgehen. Auf der Konsole werden + dann Meldungen ähnlich wie folgt ausgegeben: + + sa0(ncr1:4:0): NOT READY asc:4,1 +0(ncr1:4:0): Logical unit is in process of becoming ready + + Das Band enthält nämlich keinen Identifier-Block + (Blocknummer 0). Alle QIC-Bandlaufwerke seit der Einführung des + QIC-525-Standards schreiben einen Identifier-Block auf das Band. Es + gibt zwei Lösungen: + + mt fsf 1 veranlasst das Bandlaufwerk einen + Identifier-Block auf das Band zu schreiben. + + Das Band durch Drücken des Bandauswurfknopfs an der + Vorderseite des Bandgeräts auswerfen. + + Danach das Band wieder einlegen und Daten auf das Band + übertragen wie in &man.dump.8; beschrieben. + + Das Kommando &man.dump.8; gibt die Meldung DUMP: End of + tape detected zurück und die Konsole zeigt: + HARDWARE FAILURE info:280 asc:80,96 + + Das Band zurückspulen mit dem Kommando: mt + rewind + + Nachfolgende Bandoperationen werden dann erfolgreich + ausgeführt. + + + + + Backup-Programme + + Die drei wichtigsten Programme sind + &man.dump.8;, + &man.tar.1;, + and + &man.cpio.1;. + + + Aufspielen und Wiederherstellen + + &man.dump.8; und &man.restore.8; sind die traditionellen + Backupprogramme in UNIX. Sie betrachten das Laufwerk als eine + Ansammlung von Blöcken, operieren also unterhalb dem + Abstraktionslevel von Dateien, Links und Verzeichnissen, die die + Grundlage des Dateisystemkonzepts bilden. + + &man.dump.8; führt Datensicherungen von Geräten aus, + bearbeitet also nur komplette Dateisysteme, nicht jedoch Teile eines + Dateisystems und auch keine Verzeichnisbäume, die mehr als ein + Dateisystem überspannen, was durch Verwendung von symbolischen + Links mittels &man.ln.1; oder durch das Einhängen von + Dateisystemen vorkommen kann. &man.dump.8; schreibt also keine + Dateien und Verzeichnisse auf das Band, sondern direkt die + Datenblöcke, die die Dateien und Verzeichnisse enthalten. + + &man.dump.8; hat einige Eigenarten, die noch aus den frühen + Tagen der Version 6 von ATT UNIX (ca. 1975) stammen. Die Parameter + sind für 9-Spur-Bänder (6250 bpi) voreingestellt, nicht auf + die heute üblichen Medien hoher Dichte (bis zu 62.182 ftpi). Bei + der Verwendung der Kapazitäten moderner Bandlaufwerke muss diese + Voreinstellung auf der Kommandozeile überschrieben werden. + + &man.rdump.8; und &man.rrestore.8; können Daten über + Netzwerk auf ein Band, das sich in einem Laufwerk eines anderen + Computers befindet, überspielen. Beide Programme benutzen die + Befehle &man.rcmd.3; und &man.ruserok.3; zum Zugriff auf das entfernte + Bandlaufwerk. Daher muss der Anwender, der das Backup + durchführt, auf dem entfernten Computer eine Zugangsberechtigung + für rhosts haben. + + Die Argumente zu &man.rdump.8; und &man.rrestore.8; müssen + zur Verwendung auf dem entfernten Computer geeignet sein. + (Z.B. lautet das Kommando zum Aufrufen von rdump + von einem FreeBSD-Computer aus auf ein Exabyte-Bandlaufwerk auf einer + Sun namens komodo: /sbin/rdump 0dsbfu 54000 + 13000 126 komodo:/dev/nrsa8 /dev/rda0a 2>&1). Man + beachte, dass bei der Ausführung die Sicherheitsvorkehrungen wie + beim Aufruf des Kommandos rhosts gelten. + Erkundigen Sie sich nach Ihrer Zugangsberechtigung. + + + + Tar + + &man.tar.1; stammt ebenfalls aus Version 6 von ATT Unix + (ca. 1975). &man.tar.1; arbeitet mit dem Dateisystem, denn es + schreibt Dateien und Verzeichnisse auf das Band. &man.tar.1; + unterstützt zwar nicht den vollen Umfang von Optionen, die bei + &man.cpio.1; zur Verfügung stehen, aber dafür erfordert + &man.tar.1; nicht die ungewöhnliche Kommando-Pipeline,1 die + &man.cpio.1; verwendet. + + Die meisten Versionen von &man.tar.1; unterstützen keine + Backups über das Netzwerk. Die GNU-Version von &man.tar.1;, die + in FreeBSD verwendet wird, unterstüzt jedoch entfernte + Geräte mit der gleichen Syntax wie &man.rdump.8;. Um &man.tar.1; + für ein Exabyte-Bandlaufwerk auf einer Sun + namenskomodo auszuführen, muss folgendes + Kommando aufgerufen werden: /usr/bin/tar cf komodo:/dev/nrsa8 + . 2>&1. Bei den Versionen ohne Unterstützung + für entfernte Geräte kann man die Daten über eine + Pipeline und &man.rsh.1; an ein entferntes Laufwerk senden. + + &prompt.root; tar cf - . | rsh hostname dd of=tape-device obs=20b + + Wenn Sie Bedenken bezüglich der Sicherheit beim Backup + über's Netz haben, sollten Sie &man.ssh.1; anstatt + &man.rsh.1; benutzen. + + + + Cpio + + &man.cpio.1; ist das ursprüngliche Unix-Programm zum + Dateitransfer mit magnetischen Medien. &man.cpio.1; hat (neben vielen + anderen Leistungsmerkmalen) Optionen zum Byte-Swapping, zum Schreiben + einer Anzahl verschiedener Archivformate und zum Weiterleiten von + Daten an andere Programme über Pipeline. Dieses letztes + Leistungsmerkmal macht &man.cpio.1; zu einer ausgezeichneten Wahl + für Installationsmedien. Leider kann &man.cpio.1; keine + Dateibäume durchlaufen, so dass eine Liste der zu bearbeitenden + Dateien über stdin angegeben werden + muss. + + &man.cpio.1; unterstützt keine Backups über das + Netzwerk. Man kann aber eine Pipeline und &man.rsh.1 verwenden, um + Daten an ein entferntes Bandlaufwerk zu senden. (XXX ein + Beispiel-Kommando beifügen) + + + + Pax + + &man.pax.1; ist die Antort von IEEE/POSIX auf &man.tar.1; und + &man.cpio.1;. Über die Jahre hinweg sind die verschiedenen + Versionen von &man.tar.1; und &man.cpio.1; leicht inkompatibel + geworden. Daher hat POSIX, statt eine Standardisierung zwischen + diesen auszufechten, ein neues Archivprogramm geschaffen. &man.pax.1; + versucht viele der unterschiedlichen cpio- und tar-Formate zu lesen + und zu schreiben, außerdem einige neue, eigene Formate. Die + Kommandostruktur ähnelt eher &man.cpio.1; als &man.tar.1;. + + + + Amanda + + Amanda + (Advanced Maryland Network Disk Archiver) ist ein + Client/Server-Backupsystem, nicht nur ein einzelnes Programm. Ein + Amanda-Server kann auf einem einzigen Bandlaufwerk Datensicherungen + von jeder beliebigen Anzahl von Computern speichern, sofern auf diesen + jeweils ein Amanda-Client läuft und sie über Netzwerk mit + dem Amanda-Server verbunden sind. + + Ein häufiges Problem bei Standorten mit einer Anzahl + großer Festplatten ist, dass das Kopieren der Daten auf Band + langsamer vor sich geht als solche Daten anfallen. Amanda löst + dieses Problem durch Verwendung einer "Holding Disk", einer Festplatte + zum gleichzeitigen Zwischenspeichern mehrerer Dateisysteme. + + Für Datensicherungen über einen längeren Zeitraum + erzeugt Amanda "Archivsets" von allen Dateisystemen, die in Amanda's + Konfigurationsdatei genannt werden. Ein Archivset ist eine Gruppe von + Bändern mit vollen Backups und Reihen von inkrementellen (oder + differentiellen) Backups, die jeweils nur die Unterschiede zum vorigen + Backup enthalten. Zur Wiederherstellung von beschädigten + Dateissystemen benötigt man das letzte volle Backup und alle + darauf folgenden inkrementellen Backups. + + Ein gängiger Datensicherungsplan ist, an den Wochenenden + ein volles Backup und während der Woche jede Nacht ein + inkrementelles Backup zu erstellen. + + Die Konfigurationsdatei ermöglicht die Feineinstellung der + Backups und des Netzwerkverkehrs von Amanda. Amanda kann zum + Schreiben der Daten auf das Band jedes der oben beschriebenen + Backuprogramme verwenden. Amanda ist erhältlich als Portierung + oder als Softwarepaket, es ist nicht von vorne herein auf dem System + installiert. + + + + Tue nichts + + Tue nichts ist kein Computerprogramm, sondern die + am häufigsten angewendete Backupstrategie. Diese kostet nichts, + man muss keinen Backupplan befolgen, einfach nur nein sagen. Wenn + etwas passiert, einfach grinsen und ertragen! + + Wenn Ihre Zeit und Ihre Daten nicht so wichtig sind, dann ist + die Strategie Tue nichts das geeignetste Backupprogramm + für Ihren Computer. Aber UNIX ein nützliches Werkzeug. Sie + müssen damit rechnen, dass Sie innerhalb von sechs Monaten eine + Sammlung von Dateien haben, die für Sie wertvoll geworden + sind. + + Tue nichts ist die richtige Backupmethode für + /usr/obj und andere Verzeichnisbäume, die + vom Computer exakt wiedererzeugt werden können. Ein Beispiel + sind die Dateien, die diese Handbuchseiten darstellen — sie + wurden aus Quelldateien im Format SGML erzeugt. Es + ist nicht nötig, Sicherheitskopien der Dateien in den + sekundären Formaten wie etwa HTML zu + erstellen. Die Quelldateien in SGML sollten jedoch + in die regelmäßigen Backups mit einbezogen werden. + + + + Welches Backup-Programm ist am Besten? + + &man.dump.8;, Punkt und Schluss. Elizabeth + D. Zwicky hat alle hier genannten Backup-Programme bis zur + Erschöpfung ausgetestet. Ihre eindeutige Wahl zur Sicherung + aller Daten mit Berücksichtigung aller Besonderheiten von + UNIX-Dateisystemen ist &man.dump.8;. + + Elizabeth erzeugte Dateisysteme mit einer großen Vielfalt + ungewöhnlicher Bedingungen (und einiger gar nicht so + ungewöhnlicher) und testete jedes Programm durch ein Backup und + eine Wiederherstellung dieser Dateisysteme. Unter den Besonderheiten + waren Dateien mit Löchern, Dateien mit Löchern und einem + Block mit Null-Zeichen, Dateien mit ausgefallenen Buchstaben im + Dateinamen, unlesbare und nichtschreibbare Dateien, + Gerätedateien, Dateien, deren Länge sich während des + Backups ändert, Dateien, die während des Backups erzeugt und + gelöscht werden, u.v.m. Sie berichtete über ihre Ergebnisse + in LISA V im Oktober 1991, s. Torture-testing + Backup and Archive Programs. + + + + Die Wiederherstellung in einem Notfall + + + Vor dem Unglück + + Es sind nur vier Vorkehrungen zu treffen, um auf jedes + erdenkliche Unglück vorbereitet zu sein. + + Als erstes drucken Sie das Disklabel jeder Ihrer Festplatten + (z.B. mittels disklabel da0 | lpr), die + Partitions- und Dateisystemtabelle jeder Festplatte (mit + /etc/fstab) sowie alle Bootmeldungen, jeweils + in zweifacher Ausfertigung. + + Zweitens, überzeugen Sie sich, dass sowohl die + Bootdiskette als auch die Reparaturdiskette + (boot.flp bzw. fixit.flp) + all Ihre Geräte ansprechen können. Die einfachste Methode + dies nach zu prüfen ist, Ihren Rechner mit der Boot-Diskette im + Floppylaufwerk neu zu starten und die Bootmeldungen zu durchzusehen. + Wenn all Ihre Geräte aufgelistet sind und funktionieren, + können Sie weiter zu Schritt drei gehen. + + Ist das nicht der Fall, müssen Sie sich eine eigene + Version der beiden zum Booten benötigten Disketten erstellen. + Diese müssen einen Kernel enthalten, der all Ihre Platten + mounten kann und Zugriff auf Ihr Bandlaufwerk gestattet. Diese + Disketten müssen ferner folgende Programme enthalten: + &man.fdisk.8;, &man.disklabel.8;, &man.newfs.8;, &man.mount.8; sowie + jedes Backup-Programm, das Sie verwenden. Diese Programme + müssen statisch gelinkt sein. Falls Sie &man.dump.8; + verwenden, muss die Diskette auch &man.restore.8; enthalten. + + Drittens, machen Sie oft Backups auf Band. Jede Änderung + seit Ihrem letzten Backup kann unwiederbringlich verloren gehen. + Versehen Sie die Backup-Bänder mit Schreibschutz. + + Viertens, testen Sie aus, wie die Disketten (entweder + boot.flp und fixit.flp + oder Ihre beiden eigenen Disketten aus Schritt zwei) und die + Bänder mit den Backups zu behandeln sind. Machen Sie sich + Notizen zu diesem Test. Bewahren Sie diese Notizen zusammen mit den + Bootdisketten, den Ausdrucken und den Bändern mit den Backups + auf. Wenn der Ernstfall eintritt, werden Sie vielleicht so genervt + sein, dass Sie ohne Ihre Notizen evt. das Backup auf Ihren + Bändern zerstören. (Wie das geht? Man braucht nur + unglücklicherweise den Befehl tar cvf + /dev/rsa0 einzugeben um ein Band zu + überschreiben). + + Als zusätzliche Sicherheitsvorkehrung, kann man jeweils + die Disketten und Bänder zweifach erstellen. Eine der Kopien + sollte an einem entfernten Standort aufbewahrt werden. Ein + entfernter Standort ist NICHT der Keller im gleichen + Bürogebäude. Eine Anzahl von Firmen im World Trade Center + musste diese Lektion auf die harte Tour lernen. Ein entfernter + Standort sollte von Ihrem Computer und Ihren Festplatten + physikalisch durch eine erhebliche Entfernung getrennt sein. + + Ein Beispielskript zum Erstellen eigener Bootdisketten: + + + /mnt/sbin/init +gzip -c -best /sbin/fsck > /mnt/sbin/fsck +gzip -c -best /sbin/mount > /mnt/sbin/mount +gzip -c -best /sbin/halt > /mnt/sbin/halt +gzip -c -best /sbin/restore > /mnt/sbin/restore + +gzip -c -best /bin/sh > /mnt/bin/sh +gzip -c -best /bin/sync > /mnt/bin/sync + +cp /root/.profile /mnt/root + +cp -f /dev/MAKEDEV /mnt/dev +chmod 755 /mnt/dev/MAKEDEV + +chmod 500 /mnt/sbin/init +chmod 555 /mnt/sbin/fsck /mnt/sbin/mount /mnt/sbin/halt +chmod 555 /mnt/bin/sh /mnt/bin/sync +chmod 6555 /mnt/sbin/restore + +# +# Geraetedateien erstellen +# +cd /mnt/dev +./MAKEDEV std +./MAKEDEV da0 +./MAKEDEV da1 +./MAKEDEV da2 +./MAKEDEV sa0 +./MAKEDEV pty0 +cd / + +# +# Minimale Dateisystemtabelle erstellen +# +cat > /mnt/etc/fstab < /mnt/etc/passwd < /mnt/etc/master.passwd < + + + + Nach dem Unglück + + Die Schlüsselfrage ist, ob Ihre Hardware überlebt + hat. Denn da Sie ja regelmäßig Backups angefertigt + haben, brauchen Sie sich um die Software keine Sorgen zu + machen. + + Falls die Hardware beschädigt wurde, ersetzen Sie zuerst + die defekten Teile. + + Falls die Hardware funktioniert, überprüfen Sie die + Disketten. Wenn Sie eigene Bootdisketten verwenden, booten Sie im + Single-User-Modus (geben dazu Sie -s am + Boot-Prompt boot: ein). Überspringen Sie den + folgenden Paragrafen. + + Wenn Sie die Standarddisketten boot.flp + und fixit.flp verwenden, lesen Sie hier weiter. + Legen Sie die Bootdiskette boot.flp in das + erste Floppylaufwerk ein und starten Sie den Computer. Wie + üblich wird dann das originale Installationsmenü von + FreeBSD gestartet. Wählen Sie die Option + Fixit--Repair mode with CDROM or floppy.. Legen + Sie die Diskette fixit.flp ein, wenn danach + gefragt wird. restore und die anderen Programme, + die Sie benötigen, befinden sich dann in + /mnt2/stand. + + Stellen Sie die Dateisysteme nacheinander, getrennt von + einander, wieder her. + + Versuchen Sie die Root-Partition Ihrer ersten Festplatte + &man.mount.8; einzuhängen (z.B. mit mount /dev/sd0a + /mnt). Wenn das Disklabel beschädigt wurde, benutzen + Sie &man.disklabel.8; um die Platte neu zu partitionieren und zu + benennen und zwar so, dass die Festplatte mit dem Label + übereinstimmt, das Sie ausgedruckt und aufbewahrt haben. + + Verwenden Sie &man.newfs.8; um neue Dateisysteme auf den + Partitionen anzulegen. Hängen Sie nun die Root-Partition der + Festplatte mit Schreibzugriff ein (mit mount -u -o rw + /mnt). Benutzen Sie Ihr Backup-Programm um die Daten + für das jeweilige Dateisystem aus den Backup-Bändern + wieder her zu stellen (z.B. durch restore vrf + /dev/sta). Hängen Sie das Dateisystem wieder aus + (z.B. durch umount /mnt). Wiederholen Sie diesen + Ablauf für jedes betroffene Dateisystem. + + Sobald Ihr System wieder läuft, machen Sie gleich wieder + ein vollständiges Backup auf neue Bänder. Denn die + Ursache für den Absturz oder den Datenverlust kann wieder + zuschlagen. Eine weitere Stunde, die Sie jetzt noch + dranhängen, kann Ihnen später ein weiteres Missgeschick + ersparen. + + + + * Ich habe mich nicht auf Missgeschicke vorbereitet - was + nun? + + + + +]]> + + + + + + Was ist mit Backups auf Disketten? + + + Kann ich Disketten zum Backup meiner Daten verwenden? + + Disketten sind kein wirklich geeignetes Medium für Backups + aus folgenden Gründen: + + + + Disketten sind unzuverlässig, besonders + langfristig. + + + + Speichern und Wiederherstellen ist sehr langsam. + + + + Sie haben eine sehr eingeschränkte Kapazität (Die + Zeiten sind längst vorbei, wo eine ganze Festplatte auf ein + Dutzend Floppies oder so gespeichert werden konnte). + + + + Wenn jedoch keine andere Möglichkeit zum Datenbackup + vorhanden ist, dann sind Disketten immer noch besser als gar kein + Backup. + + Wenn man gezwungen ist Disketten zu verwenden, dann sollte man + auf eine gute Qualität achten. Floppies, die schon einige Jahre + im Büro herumgelegen haben, sind eine schlechte Wahl. Ideal sind + neue Disketten von einem renommierten Hersteller. + + + + Wie mache ich ein Backup auf Disketten? + + Die beste Art eines Diskettenbackups ist der Befehl &man.tar.1; + mit der Mehrfachband-Option , die es + ermöglicht ein Backup über mehrere Floppies zu + verteilen. + + Ein Backup aller Dateien im aktuellen Verzeichnis + einschließlich aller Unterverzeichnisse wird durch den folgenden + Befehl veranlasst (als root): + + &prompt.root; tar Mcvf /dev/rfd0 * + + Wenn die erste Floppy voll ist, meldet sich &man.tar.1; und + verlangt einen Diskettenwechsel (weil &man.tar.1; unabhängig vom + Medium arbeitet, wird der nächste Band (Volume) verlangt, was in + diesem Zusammenhang eine Diskette bedeutet), in etwa wie folgt: + + Prepare volume #2 for /dev/rfd0 and hit return: + + Dies wird mit steigender Volumezahl wiederholt, bis alle + angebenen Dateien archiviert sind. + + + + Können Diskettenbackups komprimiert werden? + + Leider erlaubt es &man.tar.1; nicht, die Option + für Multi-Volume-Archive zu verwenden. Man + kann natürlich alle Dateien mit &man.gzip.1; komprimieren, sie + mit &man.tar.1; auf die Floppies aufspielen, und dann die Dateien + wieder &man.gunzip.1; entkomprimieren! + + + + Wie werden Diskettenbackups wieder her gestellt? + + Zur Wiederherstellung des gesamten Archivs verwendet man: + + &prompt.root; tar Mxvf /dev/rfd0 + + Eine Methode um nur bestimmte Dateien wieder her zu stellen ist + mit der ersten Diskette den folgenden Befehl auszuführen: + + &prompt.root; tar Mxvf /dev/rfd0 filename + + &man.tar.1; wird dann dir folgenden Disketten anfordern, bis die + benötigte Datei gefunden ist. + + Wenn man die Diskette kennt auf der sich die Datei befindet, + kann man alternativ diese Diskette auch direkt einlegen und den + gleichen Befehl wie oben verwenden. Man beachte, dass, falls die + erste Datei eine Fortsetzung eine Fortsetzung einer Datei von einer + der vorigen Disketten ist, &man.tar.1; die Warnung ausgibt, dass diese + Datei nicht wiederhergestellt werden kann, selbst dann, wenn dies gar + nicht verlangt wurde! + + + + +