diff --git a/de_DE.ISO8859-1/books/handbook/basics/chapter.sgml b/de_DE.ISO8859-1/books/handbook/basics/chapter.sgml index 3e427dd99e..c6f6c46225 100644 --- a/de_DE.ISO8859-1/books/handbook/basics/chapter.sgml +++ b/de_DE.ISO8859-1/books/handbook/basics/chapter.sgml @@ -1,1561 +1,1569 @@ Chris Shumway Umgeschrieben von Uwe Pierau Übersetzt von Unix Grundlagen Übersicht Grundlagen Das folgende Kapitel umfaßt die grundlegenden Kommandos und Funktionsweisen des Betriebssystems FreeBSD. Viel von dem folgenden Material gilt auch für jedes andere Unix-ähnliche System. Falls Sie mit dem Material schon vertraut sind, können Sie dieses Kapitel überlesen. Wenn FreeBSD neu für Sie ist, dann sollten Sie dieses Kapitel auf jeden Fall sehr genau lesen. Nachdem Sie dieses Kapitel gelesen haben, werden Sie folgendes wissen: wie Unix Zugriffsrechte funktionieren, was Prozesse, Dämonen und Signale sind, was eine Shell ist und wie Sie die Login Umgebung ändern, wie Sie mit Texteditoren umgehen, und wie Sie in den Manual-Pages nach weiteren Informationen suchen können. Zugriffsrechte Unix Die Grundlagen von FreeBSD, das ein direkter Abkömmling von BSD UNIX ist, stützen sich auf verschiedene UNIX Grundkonzepte. Das erste und ausgeprägteste: FreeBSD ist ein Multi-User Betriebssystem. Das System ermöglicht, daß mehrere User gleichzeitig an völlig verschiedenen und unabhängigen Aufgaben arbeiten können. Es ist verantwortlich für eine gerechte Auf- und Zuteilung von Nachfragen nach Hardware- und Peripheriegeräten, Speicher und CPU Zeit unter den Usern. Da das System mehrere Benutzer unterstützt, hat alles, was das System verwaltet, einen Satz von Rechten, die bestimmen, wer die jeweilige Ressource lesen, schreiben oder ausführen darf. Diese Zugriffsrechte stehen in zwei Achtergruppen, die in drei Teile unterteilt sind: einen für den Besitzer der - Datei, einen für die Gruppe¸ zu der die Datei gehört + Datei, einen für die Gruppe, zu der die Datei gehört und einen für alle anderen. Die numerische Darstellung sieht wie folgt aus: Zugriffsrechte Dateizugriffsrechte Wert Zugriffsrechte Auflistung im Verzeichnis 0 Kein Lesen, Kein Schreiben, Kein Ausführen --- 1 Kein Lesen, Kein Schreiben, Ausführen --x 2 Kein Lesen, Schreiben, Kein Ausführen -w- 3 Kein Lesen, Schreiben, Ausführen -wx 4 Lesen, Kein Schreiben, Kein Ausführen r-- 5 Lesen, Kein Schreiben, Ausführen r-x 6 Lesen, Schreiben, Kein Ausführen rw- 7 Lesen, Schreiben, Ausführen rwx ls Verzeichnisse Sie können auf der Kommandozeile von &man.ls.1; angeben, um eine ausführliche Verzeichnisauflistung zu sehen, die in einer Spalte die Zugriffsrechte für den Besitzer, die Gruppe und alle anderen enthält. Die erste Spalte von ls -l könnte wie folgt aussehen: -rw-r--r-- Das erste Zeichen von links ist ein Symbol, welches angibt, ob es sich um eine normale Datei, ein Verzeichnis, ein special- oder block-Device, ein Socket oder irgendeine andere Pseudo-Datei handelt. Die nächsten drei Zeichen, dargestellt als rw-, ergeben die Rechte für den Datei-Besitzer. Die drei Zeichen danach r-- die Rechte der Gruppe, zu der die Datei gehört. Die letzten drei Zeichen, r--, geben die Rechte für den Rest der Welt an. Ein Minus bedeutet, daß das Recht nicht gegeben ist. In diesem Fall sind die Zugriffsrechte also: der Eigentümer kann die Datei lesen und schreiben, die Gruppe kann lesen und alle anderen können auch nur lesen. Entsprechend obiger Tabelle wären die Zugriffsrechte für diese Datei 644, worin jede Ziffer die drei Teile der - Zugriffrechte dieser Datei verkörpert. + Zugriffsrechte dieser Datei verkörpert. Das ist alles schön und gut, aber wie kontrolliert das System die Rechte von Hardware Geräten? FreeBSD behandelt die meisten Hardware Geräte als Dateien, welche Programme öffnen, lesen und mit Daten beschreiben können wie alle anderen Dateien auch. Diese Spezial-Dateien sind im Verzeichnis /dev gespeichert. Verzeichnisse werden ebenfalls wie Dateien behandelt. Sie haben Lese-, Schreib- und Ausführ-Rechte. Das Ausführungs-Bit hat eine etwas andere Bedeutung für ein Verzeichnis als für eine Datei. Die Ausführbarkeit - eines Verzeichnisses bedeutet, daß man darin Suchen kann. - Zum Beispiel kann man sich in diesem Verzeichnis eine Auflistung - erstellen. + eines Verzeichnisses bedeutet, daß in das Verzeichnis + zum Beispiel mit cd gewechselt werden kann. + Das bedeutet auch, daß in dem Verzeichnis auf Dateien, deren + Namen bekannt sind, zugegriffen kann, vorausgesetzt die + Zugriffsrechte der Dateien lassen dies zu. + + Das Leserecht auf einem Verzeichnis erlaubt es, sich den Inhalt + des Verzeichnisses anzeigen zu lassen. Um eine Datei mit bekanntem + Namen in einem Verzeichnis zu löschen, müssen auf dem + Verzeichnis Schreib- und Ausführ-Rechte + gesetzt sein. Es gibt noch mehr Rechte, aber die werden vor allem in speziellen Umständen benutzt, wie zum Beispiel bei - SetUID-Binaries und sticky directories. Wollen Sie mehr - über Zugriffsrechte von Dateien erfahren, lesen Sie in die - &man.chmod.1; Man-Page. + SetUID-Binaries und Verzeichnissen mit gesetztem Sticky-Bit. + Mehr über Zugriffsrechte von Dateien und wie sie gesetzt werden, + finden Sie in &man.chmod.1;. Verzeichnis-Strukturen Verzeichnis Hierarchien Die FreeBSD Verzeichnis Hierarchie ist die Grundlange, um ein umfassendes Verständnis des Systems zu erlangen. Das wichtigste Konzept, das Sie verstehen sollten, ist das Root-Verzeichnis /. Dieses Verzeichnis ist das erste, das während des Bootens eingehangen wird. Es enthält das notwendige Basissystem um das System in den Mehrbenutzerbetrieb zu bringen. Das Root-Verzeichnis enthält auch die Mountpunkte anderer Dateisysteme, die später eingehangen werden. Ein Mountpunkt ist ein Verzeichnis, in das zusätzliche Dateisysteme ins / Verzeichnis eingepflanzt werden können. Standard Mountpunkte beinhalten /usr, /var, /mnt und /cdrom. Auf diese Verzeichnisse verweisen üblicherweise Einträge in der Datei /etc/fstab. /etc/fstab ist eine Tabelle mit verschiedenen Dateisystemen und Mountpunkten als Referenz des Systems. Die meisten der Dateisysteme in /etc/fstab werden beim Booten automatisch durch das Skript &man.rc.8; gemountet, wenn die zugehörigen Einträge nicht mit der Option versehen sind. Konsultieren Sie die &man.fstab.5; Man-Page für mehr Informationen über das Format der Datei /etc/fstab und den Optionen darin. Eine vollständige Beschreibung der Dateisystem-Hierarchie finden Sie in &man.hier.7;. Als Beispiel sein eine kurze Übersicht über die gebräuchlisten Verzeichnisse gegeben: Verzeichnis Beschreibung / Root-Verzeichnis des Dateisystems. /bin/ Grundlegende Werkzeuge für den Single-User-Modus sowie den Mehrbenutzerbetrieb. /boot/ Programme und Konfigurationsdateien, die während des Bootens benutzt werden. /boot/defaults/ Vorgaben für die Boot-Konfiguration, siehe &man.loader.conf.5;. /dev/ Gerätedateien, siehe &man.intro.4;. /etc/ System Konfigurationsdateien und Skripte. /etc/defaults/ Vorgaben für die System Konfigurationsdateien, siehe &man.rc.8;. /etc/mail/ Konfigurationsdateien von MTAs wie &man.sendmail.8;. /etc/namedb/ Konfigurationsdateien von named, siehe &man.named.8;. /etc/periodic/ Täglich, wöchentlich oder monatlich ablaufende Skripte, die von &man.cron.8; gestartet werden. Siehe &man.periodic.8;. /etc/ppp/ Konfigurationsdateien von ppp, siehe &man.ppp.8;. /mnt/ Ein leeres Verzeichnis, das von Systemadministratoren häufig als temporärer Mountpunkt genutzt wird. /proc/ Prozeß Dateisystem, siehe &man.procfs.5; und &man.mount.procfs.8;. /root/ Home Verzeichnis von root. /sbin/ Systemprogramme und administrative Werkzeuge, die grundlegend für des Single-User-Modus und den Mehrbenutzerbetrieb sind. /stand/ Programme, die ohne andere Programme oder Bibliotheken laufen. /tmp/ Temporäre Dateien, die für gewöhnlich nicht nach einem Reboot erhalten werden. Dies kann ein speicherbasiertes Dateisystem, siehe &man.mfs.8;, sein. /usr/ Der Großteil der Benutzerprogramme und Applikationen. /usr/bin/ Gebräuchliche Werkzeuge, Programmierhilfen und Applikationen. /usr/include/ Standard C include-Dateien. /usr/lib/ Bibliotheken. /usr/libdata/ Daten verschiedener Werkzeuge. /usr/libexec/ System-Dämonen und System-Werkzeuge, die von anderen Programmen ausgeführt werden. /usr/local/ Lokale Programme, Bibliotheken usw. Die Port Kollektion benutzt dieses Verzeichnis als Zielverzeichnis für zu installierende Applikationen. Innerhalb von /usr/local sollte das von &man.hier.7; beschriebene Layout für /usr benutzt werden. Das man Verzeichnis wird direkt unter /usr/local anstelle unter /usr/local/share angelegt. Die Dokumentation der Ports findet sich in share/doc/port. /usr/obj/ Von der Architektur abhängiger Verzeichnisbaum, der durch das Bauen von /usr/src entsteht. /usr/ports Die FreeBSD Ports-Kollektion (optional). /usr/sbin/ System-Dämonen und System-Werkzeuge, die von Benutzern ausgeführt werden. /usr/share/ Von der Architektur unabhängige Dateien. /usr/src/ Quelldateien zu BSD und/oder lokalen Ergänzungen. /usr/X11R6/ Optionale X11R6 Programme und Bibliotheken. /var/ Wird für mehrere Zwecke genutzt und enthält Logdateien, temporäre und Spooldateien. /var/log/ Verschiedene Logdateien des Systems. /var/mail/ Postfächer der Benutzer. /var/spool/ Verschiedene Spool-Verzeichnisse der Drucker- und Mailsysteme. /var/tmp/ Temporäre Dateien, die über Reboots erhalten bleiben. /var/yp NIS maps. Prozesse Da FreeBSD ein Multitasking Betriebssystem ist, sieht es so aus, als ob mehrere Prozesse zur gleichen Zeit laufen. Jedes Programm, das zu irgendeiner Zeit läuft, wird Prozeß genannt. Jedes Kommando startet mindestens einen Prozeß. Einige Systemprozesse laufen die ganze Zeit und stellen die Funktion des Systems sicher. Jeder Prozeß wird durch eine eindeutige Nummer identifiziert, die Prozeß-ID oder PID genannt wird. Prozesse haben ebenso wie Dateien einen Besitzer und eine Gruppe, die festlegen, welche Dateien und Geräte der Prozeß benutzen kann. Dabei finden die vorher beschriebenen Zugriffsrechte Anwendungen. Die meisten Prozesse haben auch einen Elternprozeß, der sie gestartet hat. Wenn Sie in der Shell Kommandos eingeben, dann ist die Shell ein Prozeß und jedes Kommando, das Sie starten ist auch ein Prozeß. Jeder Prozeß, den Sie auf diese Weise starten, besitzt den Shell-Prozeß als Elternprozeß. Die Ausnahme hiervon ist ein spezieller Prozeß, der init heißt. init ist immer der erste Prozeß und hat somit die PID 1. init wird vom Kernel beim Booten von FreeBSD gestartet. Die Kommandos &man.ps.1; und &man.top.1; sind besonders nützlich, um sich die Prozesse auf einem System anzusehen. &man.ps.1; zeigt eine statische Liste der laufenden Prozesse und kann deren PID, Speicherverbrauch und die Kommandozeile, mit der sie gestartet wurden, usw. anzeigen. &man.top.1; zeigt alle laufenden Prozesse an und aktualisiert die Anzeige, so daß Sie Ihrem Computer bei der Arbeit zuschauen können. Normal zeigt Ihnen &man.ps.1; nur die laufenden Prozesse, die Ihnen gehören. Zum Beispiel: &prompt.user; ps PID TT STAT TIME COMMAND 298 p0 Ss 0:01.10 tcsh 7078 p0 S 2:40.88 xemacs mdoc.xsl (xemacs-21.1.14) 37393 p0 I 0:03.11 xemacs freebsd.dsl (xemacs-21.1.14) 48630 p0 S 2:50.89 /usr/local/lib/netscape-linux/navigator-linux-4.77.bi 48730 p0 IW 0:00.00 (dns helper) (navigator-linux-) 72210 p0 R+ 0:00.00 ps 390 p1 Is 0:01.14 tcsh 7059 p2 Is+ 1:36.18 /usr/local/bin/mutt -y 6688 p3 IWs 0:00.00 tcsh 10735 p4 IWs 0:00.00 tcsh 20256 p5 IWs 0:00.00 tcsh 262 v0 IWs 0:00.00 -tcsh (tcsh) 270 v0 IW+ 0:00.00 /bin/sh /usr/X11R6/bin/startx -- -bpp 16 280 v0 IW+ 0:00.00 xinit /home/nik/.xinitrc -- -bpp 16 284 v0 IW 0:00.00 /bin/sh /home/nik/.xinitrc 285 v0 S 0:38.45 /usr/X11R6/bin/sawfish Wie Sie sehen, gibt &man.ps.1; mehrere Spalten aus. In der PID Spalte findet sich die vorher besprochene Prozeß-ID. PIDs werden von 1 beginnend bis 99999 zugewiesen und fangen wieder von vorne an, wenn die Grenze überschritten wird. TT zeigt den Terminal, auf dem das Programm läuft. STAT zeigt des Status des Programms und kann für die Zwecke dieser Diskussion ebenso wie TT ignoriert werden. TIME gibt die Zeit an, die das Programm auf der CPU gelaufen ist— dies ist nicht unbedingt die Zeit, die seit dem Start des Programms vergangen ist, da einige Programme viel Zeit mit dem Warten auf bestimmte Dinge verbringen, bevor sie wirklich CPU-Zeit verbrauchen. Unter der Spalte COMMAND finden Sie schließlich die Kommandozeile, mit der das Programm gestartet wurde. &man.ps.1; besitzt viele Optionen, um die angezeigten Informationen zu beeinflussen. Eine nützliche Kombination ist auxww. Mit werden Information über alle laufenden Prozesse und nicht nur Ihrer eigenen angezeigt. Der Name des Besitzers des Prozesses, sowie Informationen über den Speicherverbrauch werden mit angezeigt. zeigt auch Dämonen-Prozesse an, und vernlaßt &man.ps.1; die komplette Kommandozeile anzuzeigen, anstatt sie abzuschneiden, wenn sie zu lang für die Bildschirmausgabe wird. Die Ausgabe von &man.top.1; sieht ähnlich aus: &prompt.user; top last pid: 72257; load averages: 0.13, 0.09, 0.03 up 0+13:38:33 22:39:10 47 processes: 1 running, 46 sleeping CPU states: 12.6% user, 0.0% nice, 7.8% system, 0.0% interrupt, 79.7% idle Mem: 36M Active, 5256K Inact, 13M Wired, 6312K Cache, 15M Buf, 408K Free Swap: 256M Total, 38M Used, 217M Free, 15% Inuse PID USERNAME PRI NICE SIZE RES STATE TIME WCPU CPU COMMAND 72257 nik 28 0 1960K 1044K RUN 0:00 14.86% 1.42% top 7078 nik 2 0 15280K 10960K select 2:54 0.88% 0.88% xemacs-21.1.14 281 nik 2 0 18636K 7112K select 5:36 0.73% 0.73% XF86_SVGA 296 nik 2 0 3240K 1644K select 0:12 0.05% 0.05% xterm 48630 nik 2 0 29816K 9148K select 3:18 0.00% 0.00% navigator-linu 175 root 2 0 924K 252K select 1:41 0.00% 0.00% syslogd 7059 nik 2 0 7260K 4644K poll 1:38 0.00% 0.00% mutt ... Die Ausgabe ist in zwei Abschnitte geteilt. Im Kopf in den ersten fünf Zeilen finden sich die zuletzt zugeteilte PID, die Systemauslastung (load average), die Systemlaufzeit (die Zeit seit dem letzten Reboot) und die momentane Zeit. Die weiteren Zahlen im Kopf beschreiben wieviele Prozesse momentan laufen (im Beispiel 47), wieviel Speicher und Swap verbraucht wurde und wieviel Zeit das System in den verschiedenen CPU-Modi verbringt. Darunter befinden sich einige Spalten mit ähnlichen Informationen wie in der Ausgabe von &man.ps.1;. Wie im vorigen Beispiel können Sie die PID, den Besitzer, die verbrauchte CPU-Zeit und das Kommando erkennen. &man.top.1; zeigt auch den Speicherverbrauch des Prozesses an, der in zwei Spalten aufgeteilt ist. Die erste Spalte gibt den gesamten Speicherverbrauch des Prozesses an, in der zweiten Spalte wird der aktuelle Verbrauch angegeben. Netscape hat im gezeigten Beispiel insgesamt 30 MB Speicher verbraucht. Momentan benutzt es allerdings nur 9 MB. Die Anzeige wird von &man.top.1; automatisch alle zwei Sekunden aktualisiert. Der Zeitraum kann mit eingestellt werden. Dämonen, Signale und Stoppen von Prozessen Wenn Sie einen Editor starten, können Sie ihn leicht bedienen und Dateien laden. Sie können das, weil der Editor dafür Vorsorge getroffen hat und auf einem Terminal läuft. Manche Programme erwarten keine Eingaben von einem Benutzer und lösen sich bei erster Gelegenheit von ihrem Terminal. Ein Web-Server zum Beispiel verbringt den ganzen Tag damit, auf Anfragen zu antworten und erwartet keine Eingaben von Ihnen. Programme, die email von einem Ort zu einem anderen Ort transportieren sind ein weiteres Beispiel für diesen Typ von Applikationen. Wir nennen diese Programme Dämonen. Dämonen stammen aus der griechischen Mythologie und waren weder gut noch böse. Sie waren kleine dienstbare Geister, die meistens nützliche Sachen für die Menschheit vollbrachten. Ähnlich wie heutzutage Web-Server und Mail-Server nützliche Dienste verrichten. Seit langer Zeit ist daher das BSD Maskottchen dieser fröhlich aussehende Dämon mit Turnschuhen und Dreizack. Programme, die als Dämon laufen, werden entsprechend einer Konvention mit einem d am Ende benannt. BIND ist der Berkeley Internet Name Daemon und das tatsächlich laufende Programm heißt named. Der Apache Webserver wird httpd genannt, der Druckerspool-Dämon heißt lpd usw. Dies ist allerdings eine Konvention und keine unumstößliche Regel: Der Dämon der Applikation sendmail heißt sendmail und nicht maild, wie Sie vielleicht gedacht hatten. Manchmal müssen Sie mit einem Dämon kommunizieren und dazu benutzen Sie Signale. Sie können mit einem Dämonen oder jedem anderen laufenden Prozeß kommunizieren, indem Sie diesem ein Signal schicken. Sie können verschiedene Signale verschicken—manche haben eine festgelegte Bedeutung, andere werden von der Applikation interpretiert. Die Dokumentation zur fraglichen Applikation wird erklären, wie die Applikation Signale interpretiert. Sie können nur Signale zu Prozessen senden, die Ihnen gehören. Wenn Sie versuchen einem Prozeß, der nicht Ihnen gehört, ein Signal zu senden, so wird das Signal ignoriert. Der Benutzer root darf jedem Prozeß Signale schicken. In manchen Fällen wird FreeBSD Signale senden. Wenn eine Applikation schlecht geschrieben ist und auf Speicher zugreift, auf den sie nicht zugreifen soll, so sendet FreeBSD dem Prozeß das Segmentation Violation Signal (SIGSEGV). Wenn eine Applikation den &man.alarm.3; Systemaufruf benutzt hat, um nach einiger Zeit benachrichtigt zu werden, bekommt sie das Alarm Signal (SIGALRM) gesendet. Zwei Signale können benutzt werden, um Prozesse zu stoppen: SIGTERM und SIGKILL. Mit SIGTERM fordern Sie den Prozeß höflich zum Beenden auf. Der Prozeß kann das Signal abfangen und merken, daß er sich beenden soll. Er hat dann Gelegenheit Logdateien zu schließen und die Aktion, die er vor der Aufforderung sich zu beenden durchführte, abzuschließen. Er kann sogar SIGTERM ignorieren, wenn er eine Aktion durchführt, die nicht unterbrochen werden darf. SIGKILL kann von keinem Prozeß ignoriert werden. Das Signal läßt sich mit Mich interessiert nicht, was du gerade machst, hör sofort auf damit! umschreiben. Wenn Sie einem Prozeß SIGKILL schicken, dann wird FreeBSD diesen sofort beenden Das stimmt nicht ganz: Es gibt Fälle, in denen ein Prozeß nicht unterbrochen werden kann. Wenn der Prozesß zum Beispiel eine Datei von einem anderen Rechner auf dem Netzwerk liest und dieser Rechner aus irgendwelchen Gründen nicht erreichbar ist (ausgeschaltet, oder ein Netzwerkfehler), dann ist der Prozeß nicht zu unterbrechen. Wenn der Prozeß den Lesezugriff nach einem Timeout von typischerweise zwei Minuten aufgibt, dann wir er beendet. . Andere Signale, die Sie vielleicht verschicken wollen, sind SIGHUP, SIGUSR1 und SIGUSR2. Diese Signale sind für allgemeine Zwecke vorgesehen und verschiedene Applikation werden unterschiedlich auf diese Signale reagieren. Nehmen wir an, Sie haben die Konfiguration Ihres Webservers verändert und möchten dies dem Server mitteilen. Sie könnten den Server natürlich stoppen und httpd wieder starten. Die Folge wäre eine kurze Zeit, in der der Server nicht erreichbar ist. Die meisten Dämonen lesen Ihre Konfigurationsdatei beim Empfang eines SIGHUP neu ein. Da es keinen Standard gibt, der vorschreibt, wie auf diese Signale zu reagieren ist, lesen Sie bitte die Dokumentation zu dem in Frage kommenden Dämon. Mit &man.kill.1; können Sie, wie unten gezeigt, Signale verschicken. Verschicken von Signalen Das folgende Beispiel zeigt, wie Sie &man.inetd.8; ein Signal schicken. Die Konfigurationsdatei von &man.inetd.8; ist /etc/inetd.conf und &man.inetd.8; liest die Konfigurationsdatei erneut ein, wenn er ein SIGHUP empfängt. Suchen Sie Prozeß-ID des Prozesses, dem Sie ein Signal schicken wollen. Benutzen Sie dazu &man.ps.1; und &man.grep.1;. Mit &man.grep.1; können Sie in einer Ausgabe nach einem String suchen. Da &man.inetd.8; unter dem Benutzer root läuft und Sie das Kommando als normaler Benutzer absetzen, müssen Sie &man.ps.1; mit aufrufen: &prompt.user; ps -ax | grep inetd 198 ?? IWs 0:00.00 inetd -wW Die Prozeß-ID von &man.inetd.8; ist 198. In einigen Fällen werden Sie auch das grep inetd Kommando in der Ausgabe sehen. Dies hat damit zu tun, wie &man.ps.1; die Liste der laufenden Prozesse untersucht. Senden Sie das Signal mit &man.kill.1;. Da &man.inetd.8; unter dem Benutzer root läuft, müssen Sie zuerst mit &man.su.1; root werden: &prompt.user; su Password: &prompt.root; /bin/kill -s HUP 198 &man.kill.1; wird, wie andere Unix Kommandos auch, keine Ausgabe erzeugen, wenn das Kommando erfolgreich war. Wenn Sie versuchen, einem Prozeß, der nicht Ihnen gehört, ein Signal zu senden, dann werden Sie die Meldung kill: PID: Operation not permitted sehen. Wenn Sie sich bei der Eingabe der PID vertippen, werden Sie das Signal dem falschen Prozeß schicken, was schlecht sein kann. Wenn Sie Glück haben, existiert der Prozeß nicht und Sie werden mit der Ausgabe kill: PID: No such process belohnt. Warum soll ich <command>/bin/kill</command> benutzen? Viele Shells stellen kill als internes Kommando zur Verfügung, das heißt die Shell sendet das Signal direkt, anstatt /bin/kill zu starten. Das kann nützlich sein, aber die unterschiedlichen Shells benutzen eine verschiedene Syntax, um die Namen der Signale anzugeben. Anstatt jede Syntax zu lernen, kann es einfacher sein, /bin/kill ... direkt aufzurufen. Andere Signale senden Sie auf die gleiche Weise, ersetzen Sie nur TERM oder KILL entsprechend. Es kann gravierende Auswirkungen haben, wenn Sie zufällig Prozesse beenden. Insbesondere &man.init.8; mit der Prozeß-ID ist ein Spezialfall. Mit /bin/kill -s KILL 1 können Sie Ihr System schnell herunterfahren. Überprüfen Sie die Argumente von &man.kill.1; immer zweimal bevor Sie Return drücken. Anhängen und Abhängen von Dateisystemen Ein Dateisystem wird am besten als ein Baum mit der Wurzel / veranschaulicht. /dev, /usr, und die anderen Verzeichnisse im Rootverzeichnis sind Zweige, die wiederum eigene Zweige wie /usr/local haben können. Root-Dateisystem Es gibt verschiedene Gründe, bestimmte dieser Verzeichnisse auf eigenen Dateisystemen anzulegen. /var enthält log/, spool/ sowie verschiedene andere temporäre Dateien und kann sich daher schnell füllen. Es empfiehlt sich, /var von / zu trennen, da es schlecht ist, wenn das Root-Dateisystem voll läuft. Ein weiterer Grund bestimmte Verzeichnisbäume auf andere Dateisysteme zu legen, ist gegeben, wenn sich die Verzeichnisbäume auf gesonderten physikalischen oder virtuellen Platten, wie Network File System oder CDROM Laufwerken, befinden. Die <filename>fstab</filename> Datei Dateisysteme fstab Während des Boot Prozesses werden in /etc/fstab aufgeführte Verzeichnisse, sofern sie nicht mit der Option versehen sind, automatisch angehangen. Die Zeilen in /etc/fstab haben das folgende Format: device /mount-point fstype options dumpfreq passno device Ein existierender Gerätename wie oben in Benennung von Laufwerken beschrieben. mount-point Ein existierendes Verzeichnis, an das das Dateisystem angehangen wird. fstype Der Typ des Dateisystems, der an &man.mount.8; weitergegeben wird. Das default FreeBSD Dateisystem ist ufs. options Entweder für beschreibbare Dateisysteme oder für schreibgeschützte Dateisysteme, gefolgt von weiteren benötigten Optionen. Eine häufig verwendete Option ist für Dateisysteme, die während der normalen Bootsequenz nicht angehangen werden sollen. Weitere Optionen finden sich in &man.mount.8;. dumpfreq Gibt die anzahl der Tage an, nachdem das Dateisystem gesichert werden soll. Fehlt der Wert, wird 0 angenommen. passno Bestimmt die Reihenfolge, in der die Dateisysteme überprüft werden sollen. Für Dateisysteme, die übersprungen werden sollen, ist passno auf null zu setzen. Für das Root-Dateisystem, das vor allen anderen überprüft werden muß, sollte der Wert von passno eins betragen. Allen anderen Dateisystemen sollten Werte größer eins zugewiesen werden. Wenn mehrere Dateisysteme den gleichen Wert besitzen, wird &man.fsck.8; versuchen, diese parallel zu überprüfen. Das mount Kommando Dateisysteme anhängen &man.mount.8; hängt schließlich Dateisysteme an. In der grundlegenden Form wird es wie folgt benutzt: &prompt.root; mount device mountpoint Viele Optionen werden in &man.mount.8; beschrieben, die am häufigsten verwendeten sind: Mount Optionen Hängt alle Dateisysteme aus /etc/fstab an. Davon ausgenommen sind Dateisysteme, die mit noauto markiert sind, die mit der Option ausgeschlossen wurden und Dateisysteme, die schon angehangen sind. Führt den entsprechenden Systemcall nicht aus. Nützlich ist diese Option in Verbindung mit . Damit wird angezeigt, was mount tatsächlich versuchen würde, um das Dateisystem anzuhängen. Erzwingt das Anhängen eines unsauberen Dateisystems oder erzwingt die Rücknahme des Schreibzugriffs, wenn der Status des Dateisystems von beschreibbar auf schreibgeschützt geändert wird. Hängt das Dateisystem schreibgeschützt an. Das kann auch durch Angabe von zu der Option erreicht werden. fstype Hängt das Dateisystem mit dem angebenen Typ an, oder hängt nur Dateisysteme mit dem angegebenen Typ an, wenn auch angegeben wurde. Die Voreinstellung für den Typ des Dateisystems ist ufs. Aktualisiert die Mountoptionen des Dateisystems. Geschwätzig sein. Hängt das Dateisystem beschreibbar an. erwartet eine durch Kommata separierte Liste von Optionen, unter anderem die folgenden: nodev Beachtet keine Gerätedateien auf dem Dateisystem. Dies ist ein nützliches Sicherheitsfeature. noexec Verbietet das Ausführen von binären Dateien auf dem Dateisystem. Dies ist ein nützliches Sicherheitsfeature. nosuid SetUID und SetGID Bits werden auf dem Dateisystem nicht beachtet. Dies ist ein nützliches Sicherheitsfeature. Das <command>umount</command> Kommando Dateisysteme abhängen &man.umount.8; akzeptiert als Parameter entweder einen Mountpoint, einen Gerätenamen, oder die Optionen oder . Jede Form akzeptiert , um das Abhängen zu erzwingen, und , um etwas geschwätziger zu sein. Seien Sie bitte vorsichtig mit : Ihr Computer kann abstürzen oder es können Daten auf dem Dateisystem beschädigt werden, wenn Sie das Abhängen erzwingen. und werden benutzt um alle Dateisysteme, deren Typ durch modifiziert werden kann, abzuhängen. hängt das Rootdateisystem nicht ab. Shells Shells Kommandozeile Von der tagtäglichen Arbeit mit FreeBSD wird eine Menge mit der Kommandozeilen Schnittstelle der Shell erledigt. Die Hauptaufgabe einer Shell besteht darin, Kommandos der Eingabe anzunehmen und diese auszuführen. Viele Shells haben außerdem eingebaute Funktionen, um die tägliche Arbeit zu erleichtern, wie Dateiverwaltung, Editieren von Kommandozeilen, Makros und Umgebungsvariablen. FreeBSD enthält die Shells sh (die Bourne Shell) und tcsh (die verbesserte C-Shell) im Basissystem. Viele andere Shells, wie zsh oder bash, befinden sich in der Ports-Sammlung. Welche Shell soll ich benutzen? Das ist wirklich eine Geschmacksfrage. Sind Sie ein C Programmierer, finden Sie vielleicht eine C-artige Shell wie die tcsh angenehmer. Kommen Sie von Linux oder Ihnen ist eine Unix Kommandozeile neu, so könnten Sie die bash probieren. Der Punkt ist, daß jede Shell ihre speziellen Eigenschaften hat, die mit Ihrer bevorzugten Arbeitsumgebung harmonieren können oder nicht. Sie müssen sich eine Shell aussuchen. Ein verbreitetes Merkmal in Shells ist die Dateinamen-Vervollständigung. Sie müssen nur einige Buchstaben eines Kommandos oder eines Dateinamen eingeben und die Shell vervollständigt den Rest automatisch durch drücken der Tab-Taste. Hier ist ein Beispiel. Angenommen, Sie haben zwei Dateien foobar und foo.bar. Die Datei foo.bar möchten Sie löschen. Nun würden Sie an der Tastatur eingeben: rm fo[Tab]. [Tab]. Die Shell würde dannrm foo[BEEP].bar ausgeben. [BEEP] meint den Rechner-Piepser. Diesen gibt die Shell aus, um anzuzeigen, daß es den Dateinamen nicht vervollständigen konnte, da es mehrere Möglichkeiten gibt. Beide Dateien foobar und foo.bar beginnen mit fo, so konnte nur bis foo ergänzt werden. Nachdem Sie . eingaben und dann die Tab-Taste drückten, konnte die Shell den Rest für Sie ausfüllen. Umgebungsvariablen Eine andere Funktion der Shell sind die Umgebungsvariablen. Das sind veränderbare Schlüsselpaare im Umgebungsraum der Shell. Diesen Umgebungsraum kann jedes von der Shell aufgerufene Programm lesen. So kommt es, daß viel Programmkonfiguration darin enthalten ist. Hier eine Liste verbreiteter Umgebungsvariablen und was sie bedeuten: Umgebungsvariablen Variable Beschreibung USER Name des zur Zeit angemeldeten Benutzers. PATH Liste mit Verzeichnissen (getrennt durch Doppelpunkt) zum Suchen nach Programmen. DISPLAY Wenn gesetzt der Netzwerkname des X11 Bildschirms für die Anzeige. SHELL Die aktuelle Shell. TERM Name des Terminals des Benutzers. Benutzt, um die Fähigkeiten des Terminals bestimmen. TERMCAP Datenbankeintrag der Terminal Escape Codes, benötigt um verschieden Terminalfunktionen auszuführen. OSTYPE Typ des Betriebsystems. Z.B., FreeBSD. MACHTYPE Die CPU Architektur auf dem das System läuft. EDITOR Vom Benutzer bevorzugter Text-Editor. PAGER Vom Benutzer bevorzugter Text-Betrachter. MANPATH Liste mit Verzeichnissen (getrennt durch Doppelpunkt) zum Suchen nach Man-Pages. Das Anzeigen oder Setzen von Umgebungsvariablen funktioniert von Shell zu Shell unterschiedlich. Zum Beispiel benutzt man in C-artigen Shells wie der tcsh dazu setenv. Unter Bourne-Shells wie sh oder bash würde man set und export benutzen zum ansehen oder setzen von aktuellen Umgebungsvariablen. Um beispielsweise die Variable EDITOR mit csh oder tcsh zu setzen, würde folgendes Kommando die Variable EDITOR auf /usr/local/bin/emacs setzen: &prompt.user; setenv EDITOR /usr/local/bin/emacs Unter Bourne-Shells: &prompt.user; export EDITOR="/usr/local/bin/emacs" Sie können die meisten Shells Umgebungsvariablen expandieren lassen, in dem Sie in der Kommandozeile ein $ davor eingeben. Zum Beispiel gibt echo $TERM aus, worauf $TERM gesetzt ist, weil die Shell $TERM expandiert und das Ergebnis an echo gibt. Shells behandeln eine Menge an Spezialzeichen, sogenannte Metazeichen, als besondere Darstellungen für Daten. Das allgemeinste ist das Zeichen *, das eine beliebige Anzahl Zeichen in einem Dateinamen repräsentiert. Das Kommando echo * liefert nahezu das gleiche wie die Eingabe von ls, da die Shell alle Dateinamen die mit * übereinstimmen an echo weitergibt. Um zu verhindern, daß die Shell diese Sonderzeichen interpretiert, kann man sie schützen, indem man ihnen einen Backslash (\) voranstellt. echo $TERM gibt aus, auf was auch immer Ihr Terminal gesetzt ist. echo \$TERM gibt $TERM genauso aus, wie es hier steht. Ändern der Shell Der einfachste Weg Ihre Shell zu ändern, ist das Kommando chsh zu benutzen. chsh platziert Sie im Editor, welcher durch Ihre Umgebungsvariable EDITOR gesetzt ist, im vi wenn die Variable nicht gesetzt ist. Ändern Sie die Zeile mit Shell: entsprechend Ihren Wünschen. Sie können auch chsh mit der Option aufrufen, dann wird Ihre Shell gesetzt, ohne dasß Sie in einen Editor gelangen. Um Ihre Shell zum Beispiel auf die bash zu ändern, geben Sie das folgende Kommando ein: &prompt.user; chsh -s /usr/local/bin/bash Einfach chsh ohne Optionen und mit Editieren der entsprechenden Zeile würde auch funktionieren. Die von Ihnen gewünschte Shell muß in /etc/shells aufgeführt sein. Haben Sie eine Shell aus der Ports Sammlung installiert, sollte das schon automatisch erledigt werden. Installierten Sie die Shell von Hand, so müssen Sie sie dort eintragen. Haben Sie beispielsweise die bash nach /usr/local/bin installiert, wollen Sie dies tun: &prompt.root; echo "/usr/local/bin/bash" >> /etc/shells Danach können Sie chsh aufrufen. Text Editoren Text Editoren Editoren Eine Menge der Konfiguration bei FreeBSD wird durch das Editieren von Textdateien erledigt. Deshalb ist es eine gute Idee, mit einem Texteditor vertraut zu werden. FreeBSD hat ein paar davon im Basissystem und sehr viel mehr in der Ports Sammlung. ee Der am leichtesten und einfachsten zu erlernende Editor nennt sich ee, was für easy editor steht. Um ee zu starten, gibt man in der Kommandozeile ee filename ein, worin filename der Name der zu editierenden Datei ist. Um zum Beispiel /etc/rc.conf zu editieren, tippen Sie ee /etc/rc.conf. Einmal im Editor, finden Sie alle Editor-Funktionen oben im Display aufgelistet. Das Einschaltungszeichen ^ meint die Control (oft Steuerung) Taste, also ^e heißt, daß die Controltaste und dann der Buchstabe e gedrückt werden. Um ee zu verlassen, einfach die Escapetaste drücken und leave editor wählen. Der Editor fragt Sie nach, ob Sie speichern möchten, wenn die Datei verändert wurde. vi Text Editoren vi emacs Text Editoren emacs FreeBSD verfügt über leistungsfähigere Editoren wie vi als Teil des Basissystems und emacs oder vim als Teil der Ports Sammlung. Diese Editoren bieten höhere Funktionalität und Leistungsfähigkeit jedoch auf Kosten einer etwas schwierigeren Erlernbarkeit. Dennoch, wenn Sie viel Textdateien editieren werden, sparen Sie auf lange Sicht mehr Zeit ein durch das Erlernen solcher Editoren wie vim oder emacs. Geräte und Gerätedateien Der Begriff Gerät wird meist in Verbindung mit Hardware wie Laufwerken, Druckern, Grafikkarten oder Tastaturen gebraucht. Der Großteil der Meldungen, die beim Booten von FreeBSD angezeigt werden, beziehen sich auf gefundene Geräte. Sie können sich die Bootmeldungen später in /var/run/dmesg.boot ansehen. Gerätenamen, die Sie wahrscheinlich in den Bootmeldungen sehen werden, sind zum Beispiel acd0, das erste IDE CDROM oder kbd0, die Tastatur. Auf die meisten Geräte wird unter Unix über spezielle Gerätedateien im /dev Verzeichnis zugegriffen. Anlegen von Gerätedateien Wenn sie ein neues Gerät zu Ihrem System hinzufügen, oder die Unterstützung für zusätzliche Geräte kompilieren, muß oft ein Gerätetreiber erstellt werden. MAKEDEV Skript Auf Systemen ohne DEVFS müssen Gerätedateien mit &man.MAKEDEV.8; wie unten gezeigt angelegt werden: &prompt.root; cd /dev &prompt.root; sh MAKEDEV ad1 Im Beispiel werden alle Gerätedateien für das zweite IDE Laufwerk angelegt. devfs (Gerätedateisystem) Das Gerätedateisystem devfs ermöglicht durch den Namensraum des Dateisystems Zugriff auf den Namensraum der Geräte im Kernel. Damit müssen Gerätedateien nicht mehr extra angelegt werden, sondern werden von devfs verwaltet. Weitere Informationen finden Sie in &man.devfs.5;. In der Grundeinstellung benutzt FreeBSD 5.0 devfs. Weitere Informationen... Manual-Pages Manual-Pages Die umfassendste Dokumentation rund um FreeBSD gibt es in Form von Manual-Pages. Annähernd jedes Programm im System bringt eine kurze Referenzdokumentation mit, die die grundsätzliche Funktion und verschiedene Parameter erklärt. Diese Dokumentationen kann man mit dem man Kommando benutzen. Die Benutzung des man Kommandos ist einfach: &prompt.user; man Kommando Kommando ist der Name des Kommandos, über das Sie etwas erfahren wollen. Um beispielsweise mehr über das Kommando ls zu lernen, geben Sie ein: &prompt.user; man ls Die Online-Dokumentation ist in nummerierte Sektionen unterteilt: Benutzerkommandos. Systemaufrufe und Fehlernummern. Funktionen der C Bibliothek. Gerätetreiber. Dateiformate. Spiele und andere Unterhaltung. Verschiedene Informationen. Systemverwaltung und -Kommandos. Kernel Entwickler. In einigen Fällen kann dasselbe Thema in mehreren Sektionen auftauchen. Es gibt zum Beispiel ein chmod Benutzerkommando und einen chmod() Systemaufruf. In diesem Fall können Sie dem man Kommando sagen, aus welcher Sektion Sie die Information erhalten möchten, indem Sie die Sektion mit angeben: &prompt.user; man 1 chmod Dies wird Ihnen die Man-Page für das Benutzerkommando chmod zeigen. Verweise auf eine Sektion der Man-Pages werden traditionsgemäß in Klammern gesetzt. So bezieht sich &man.chmod.1; auf das Benutzerkommando chmod und mit &man.chmod.2; ist der Systemaufruf gemeint. Das ist nett, wenn Sie den Namen eines Kommandos wissen, und lediglich wissen wollen, wie es zu benutzen ist. Aber was tun Sie, wenn Sie Sich nicht an den Namen des Kommandos erinnern können? Sie können man benutzen, um nach Schlüsselbegriffen in den Kommandobeschreibungen zu suchen, indem Sie den Parameter benutzen: &prompt.user; man -k mail Mit diesem Kommando bekommen Sie eine Liste der Kommandos, deren Beschreibung das Schlüsselwort mail enthält. Diese Funktionalität erhalten Sie auch, wenn Sie das Kommando apropos benutzen. Nun, Sie schauen Sich alle die geheimnisvollen Kommandos in /usr/bin an, haben aber nicht den blassesten Schimmer, wozu die meisten davon gut sind? Dann geben Sie doch einfach &prompt.user; cd /usr/bin &prompt.user; man -f * oder &prompt.user; cd /usr/bin &prompt.user; whatis * ein, beides tut dasselbe GNU Info Dateien FreeBSD enthält viele Applikationen und Utilities der Free Software Foundation (FSF). Zusätzlich zu den Manual-Pages bringen diese Programme ausführlichere Hypertext-Dokumente (info genannt) mit, welche man sich mit dem Kommando info ansehen kann. Wenn Sie emacs installiert haben, können Sie auch dessen info-Modus benutzen. Um das Kommando &man.info.1; zu benutzen, geben Sie einfach ein: &prompt.user; info Eine kurze Einführung gibt es mit h; eine Befehlsreferenz erhalten Sie durch Eingabe von: ?.